(LSR) Kritische Blicke
gehen am 20. Mai zum Himmel. Der Wetterbericht verheißt nichts Gutes für
Dedinghausen - Regen und stürmische Böen. Und doch die Hoffnung, dass
die Gäste des Lippischen Blindenwerkes in Detmold - Heidenoldendorf, wenn
auch nicht die Sonne, so dann doch ein Zaubermittel für eine
ausgewachsene Regenpause im Gepäck haben. Und diese sollten den Gästen
und Gastgebern dann auch beschert werden.
Zwar ließ Petrus zu
Beginn des Festes seine Schleusen noch geöffnet, doch spätestens nach
dem Genuss der Kaffeemahlzeit strömten die Pärchen und Grüppchen aus
Gästen und Gastgebern zu den verschiedenen Attraktionen ins Freie. Der
Regenschirm war zunächst nur noch als Sicherheitsreserve dabei.
Zunächst!
Traditionell geht es im
BT mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken los. Dass dieser Tag schon eine
lieb gewordene Tradition ist - das erste Fest datiert aus dem Jahre 1984 -
zeigte ein Gast aus dem Lippischen Blindenwerk beim Erklimmen der steilen
Treppe des Teufelsgeigerwagens. Wo vor vielen Jahren noch reichlich
ermutigender Zuspruch und viele helfenden Hände nötig waren, meisterte
er die Stiege höchstselbst mit den Worten: "Lass mich mal machen,
das kenne ich schon. "
Was er noch nicht
kannte, war das, was nun folgen sollte. Bedrohlich verdunkelte sich der
Himmel im Westen. Sprichwörtlich in Windeseile schob sich eine
Gewitterfront gen Dedinghausen, begleitet von Blitz und Donner … und
einer ausgewachsenen Sturmböe. Mit brachialer Vehemenz wurde das Zelt von
Schäfers Bernhard aus der Verankerung gerissen und im hohen Bogen vom
Schützenplatz neben das Feuerwehrgerätehaus befördert. Unbemanntes
Flugobjekt mit Totalschaden!
Zugleich an anderer
Stelle hebelte die Sturmböe ein schweres Scheunentor aus der Verankerung
und beförderte es in die angrenzende Wiese. Gott sei Dank hielt der
Teufelsgeigerwagen stand, der nur einmal kurz - wie zum Gruße - sein Dach
lupfte, als wäre es ein überdimensionaler Hut. Großes Staunen und
Erschrecken ob der Naturgewalten, doch die Schutzengel waren jederzeit zur
Stelle, so dass alle unversehrt und sogar weitgehend trockenen Hauptes
blieben.
So schnell wie der Spuk
gekommen, war er auch schon wieder vorbei und zusammen wurde dann im
Bürgertreff ein zünftiger Abschluss dieses schönen und aufregenden
Tages mit tollen Musikdarbietungen und leckerem Essen gefeiert.