...Der August 2007 wird
wohl vielen im Gedächtnis bleiben. Innerhalb von 14 Tagen gab es zwei
Unwetterereignisse. Am Donnerstag, den 09. August 2007 gegen 20 Uhr ging ein
starkes Gewitter über den Kreis Soest hinweg. Der Starkregen sorgte mit
einiger zeitlicher Verzögerung für Überflutungen im ganzen Kreisgebiet.
Gegen 22:45 Uhr wurde die Löschgruppe Dedinghausen alarmiert. Am Kusel
stand die Straße ca. 25cm unter Wasser. Bereits auf der Anfahrt bekamen
wir von der Kreisleitstelle den Hinweis, dass bereits weitere Notrufe aus
Dedinghausen eingelaufen seien. Da erfahrungsgemäß das
Wasser in der Senke am Pumpenhäuschen nach einiger Zeit selbst abläuft,
meldeten wir uns direkt frei und bekamen eine weitere Einsatzstelle
zugeteilt. Ein Anwohner der Breslauer Straße hatte Wasser im Keller.
Mittels unserer Tauchpumpen legten wir den Keller trocken. Parallel wurde
durch einige Kameraden eine weitere Einsatzstelle am Gänseland
abgearbeitet.
Als die schleunigst eingerichtete Führungsstelle der
Feuerwehr Lippstadt eine weitere Einsatzstelle in der Wasserstraße
meldete, wurde eine weitere Löschgruppe zur Unterstützung angefordert.
Die Löschgruppe Rixbeck wurde daraufhin nach Dedinghausen entsandt. Für
uns ging es weiter zum Bachstelzenweg. Dort standen mehrere Keller unter
Wasser. Mit Tauchpumpen versuchten wir gegen die Wassermassen anzukommen.
Gleichzeitig wurde mit der Feuerlöschkreiselpumpe des
Löschgruppenfahrzeugs ein Graben ausgepumpt. Später bekamen wir
Unterstützung durch die Löschgruppen Bökenförde und Rixbeck. Mit nun
drei Kreiselpumpen konnten wir den Wasserspiegel im Graben entscheidend
senken.
Anschließend fuhr der nun komplette Löschzug 5 zur Unterführung
an der Meerpfanne. Auch hier wurden ca. 30 cm Wasser abgepumpt.
Anschließend legten wir noch einen weiteren Keller an der Breslauer Strasse
trocken. Bis ca. 10:30 Uhr am 10. August 2007 waren wir im Einsatz.
Am gleichen
Tage ging ein weiterer Starkregen über den Kreis Soest hinweg. Diesmal
traf es die Stadt Lippstadt am heftigsten. In Dedinghausen
"klingelten" die Funkmeldeempfänger um 20:15 Uhr. Am Teich
drohte Wasser in den Keller zu laufen. Hier wurden mehrere Tauchpumpen
eingesetzt. Parallel wurden Einsatzstellen in der Wasserstraße und am
Birkhof bearbeitet. Der nächste Notruf kam von der Höchte. Im Bereich
Friedhof, Bürgertreff, Feuerwehrgerätehaus hatte sich ein regelrechter
See gebildet. Das Wasser strömte über Kellerfenster bis 1,7m Höhe in
einen angrenzenden Keller. Der Keller wurde trockengelegt sowie der
Friedhof bzw. Bürgertreffvorplatz mittels Kreiselpumpe entwässert.
Einsatzende war gegen 3:30 Uhr.
Nach achtstündiger Pause wurden wir gegen
12 Uhr zur Unterstützung des THW nach Esbeck alarmiert. Wir schafften es
genau pünktlich zur Hochzeitsmesse unseres Kameraden Patrick Henkemeier
an der Kirche zu sein.
Der nächste Dienstabend am 15.08.2007 wurde dazu
genutzt, um unser Fahrzeug zu reinigen und Schläuche zu tauschen. Das
hätte man sich sparen können. Am Dienstag, den 21.08.2007 warnten die
Wetterdienste vor heftigem Starkregen. So stellten wir uns bereits wieder
auf Einsätze ein. Gegen 20 Uhr wurden wir dann auch zum Haslei gerufen.
Dort drohte Wasser in einen Keller zu laufen. Die Gefahr konnte schnell
gebannt werden. Weiter ging es zum Birkhof, Breslauer Straße,
Schultenstraße und Wasserstraße. Unterstützt wurden wir von den Gruppen
Rixbeck, Esbeck und Bökenförde.
Ein Déjà-vu-Erlebnis hatten wir bei
der Rückkehr zum Feuerwehrgerätehaus, wiederum hatte sich ein See
gebildet, den Friedhof und Bürgertreffvorplatz sowie den bekannten Keller
geflutet. Wir waren hier und an einer Einsatzstelle an der Breslauer
Straße bis ca. 4 Uhr tätig.
Nach 2,5 Stunden Schlaf, begleitet von
Starkregen, klingelte der Melder um 6:30 Uhr. Eine uns gut bekannte
Einsatzstelle war wieder voll gelaufen. Zeitgleich pumpten wir einen
Heizungskeller am Erlenbruch aus. Aufgrund des weiter nachdrückenden
Wassers zog sich der Einsatz bis ca.13 Uhr hin. Nachdem wir den Keller an
der Breslauer Str. trocken gelegt hatten, wurde mittels Folie, Paletten,
Sandsäcken und Baustützen ein provisorischer Damm errichtet. Eine gute
Idee, wie sich noch zeigen sollte.
Glenne und Lippe meldeten bereits
Hochwasser und so wurden wir um 18:30 Uhr mit dem Stichwort
"Hochwasser 4" zu Deichsicherungsmaßnahmen nach Bad Waldliesborn
gerufen. Die Glenne stand bereits an der Deichkrone und drohte
überzulaufen. Feuerwehrkräfte der gesamten Feuerwehr Lippstadt sowie
Führungskräfte des Kreises Soest mit dem kreiseigenen Einsatzleitwagen 2
waren vor Ort. Für uns hieß es: Sandsäcke schleppen. Gegen 0:00 Uhr
rückten wir ein.
Der nächste Tag, der 23. August
2007 versprach
wettermäßig eigentlich ein ruhiger Tag zu werden. Doch gegen 18:00 Uhr
öffnete der Himmel wiederum seine Schleusen. Der Birkhof stand ca. 20 bis
25 cm unter Wasser. Angrenzende Keller liefen voll. Wir orderten
schleunigst Sandsäcke, die vom Baubetriebshof geliefert wurden. Weitere
Einsatzstellen waren in der Wasserstraße zu verzeichnen. Auch besagter
Damm in der Breslauer Straße konnte nun in Funktion bestaunt werden. Zum
Abschluss des Tages legten wir noch das "Dedinghäuser Meer" am
Friedhof trocken. Bleibt zu hoffen, dass wir in der nächsten Zeit von
derartigen Wetterkapriolen verschont bleiben.
Zu guter Letzt möchten
wir uns bei Allen bedanken, die uns mit Getränken, kalten und warmen
Speisen versorgt haben, sei es nun morgens mit Brötchen und Kaffee als
auch mittags mit SUPER - Erbsensuppe.
Roman Bochert