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Berichte 2007
 D.a.  2007 - Nr. 393 » ... aktuell * Rückblick
  

'Grusel am Kusel' führt zur Strassensperrung
Kreis sperrt Bahnübergang 'Am Kusel' ab 20.11.2007 für den Autoverkehr -
Ehepaar Finkeldei entging nur knapp Zusammenstoß mit Lok 

(RC) In einer Pressemitteilung des Kreises Soest vom 20.11.2007 teilte die Kreisverwaltung u.a. folgendes mit:

"Kreisverwaltung, Lippstädter Straßenverkehrsbehörde und Polizei haben sich geeinigt, wegen großer Sicherheitsbedenken den Bahnübergang im Verlauf der K 52 in Lippstadt - Dedinghausen für den Kfz-Verkehr zu sperren. Da die Bahn eine Erneuerung der ausgefallenen Signalanlage kurzfristig nicht gewährleisten konnte, haben Posten die Sicherung an dieser Stelle übernommen. Trotzdem war es zu mehreren Beinahunfällen gekommen, als der Übergang offen blieb, obwohl ihn Züge passierten. ...

Der Anliegerverkehr aus Richtung Dedinghauser Ortsmitte und aus Richtung Lippstadt - Especk bis zum Bahnübergang bleibt möglich. Fußgänger und Radfahrer können im Gegensatz zu Kfz die Gleise weiter queren. So bleibt für Bahnkunden der Haltpunkt weiter erreichbar. ..."

Der Bahnübergang wird seit über einem Jahr einem nach einem Defekt der alten Signalanlage durch Sicherungsposten der Bahn kontrolliert. In diesem Jahr kam es bereits zu mehreren gefährlichen Situationen und Beinaheunfällen und zu einer regen Diskussion ('Grusel am Kusel') über die erhebliche Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer. 

Den jüngsten Vorfall an dem Bahnübergang 'Am Kusel' schildern Martina und Reinhard Finkeldei aus Dedinghausen in einem Brief an Dedinghausen aktuell:

"Leider haben wir dem endlosen Kapitel "Grusel am Kusel" den vorläufigen Höhepunkt beizusteuern. Gestern Abend (16.11.2007) gegen 18.30 Uhr sind mein Mann und ich mit dem Auto von Esbeck kommend auf den Bahnübergang zugefahren. Der Bahnübergang war offen und die beiden Herren standen vor ihrem Häuschen und warteten. Ansonsten war alles ruhig und leer. Aus Vorsicht näherte sich mein Mann dem Übergang langsam und vorsichtig (Gott sei Dank!) und schaute, ob etwas kommt. Unmittelbar vor den Gleisen machte er plötzlich eine Vollbremsung und es fuhr mit hoher Geschwindigkeit eine Lok direkt vor uns über den freien Bahnübergang! Der Abstand zwischen unserem Auto und der Lok betrug keinen Meter!! 

Wenn mein Mann nicht geistesgegenwärtig bebremst hätte oder wir auch nur 1 km schneller gefahren wären, wären wir jetzt beide tot! Die beiden Wärter kamen sehr aufgeregt angerannt und behaupteten, dass diese Lok abgemeldet worden wäre. Ein sofortiges Telefonat mit der Leitstelle in Anwesenheit meines Mannes ließ dies aber nicht eindeutig klären. Nachdem mich mein Mann mit einem Schock nach Hause gebracht hatte, fuhr er zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Das war schwierig, weil uns ja nach Aussage des Polizisten "nichts" passiert war. Wir haben dennoch Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr oder so erstattet und werden außerdem einen Anwalt einschalten um auszuloten, was man tun kann, um diese untragbare Situation endlich zu entschärfen. 

Ich denke, wir als Dedinghäuser sollten uns endlich zusammentun und versuchen, etwas zu bewirken, ehe es noch Todesopfer zu beklagen gibt. Wir waren auf jeden Fall gestern Abend nur einen Bruchteil einer Sekunde davon entfernt, die ersten Opfer zu sein…"

D.a.-Online im Bilde


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 Erstellt am: 20.11.2007 (RC)

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