(RC) In einer
Pressemitteilung des Kreises Soest vom 20.11.2007 teilte die
Kreisverwaltung u.a. folgendes mit:
"Kreisverwaltung,
Lippstädter Straßenverkehrsbehörde und Polizei haben sich geeinigt,
wegen großer Sicherheitsbedenken den Bahnübergang im Verlauf der K 52 in
Lippstadt - Dedinghausen für den Kfz-Verkehr zu sperren. Da die Bahn eine
Erneuerung der ausgefallenen Signalanlage kurzfristig nicht gewährleisten
konnte, haben Posten die Sicherung an dieser Stelle übernommen. Trotzdem
war es zu mehreren Beinahunfällen gekommen, als der Übergang offen
blieb, obwohl ihn Züge passierten. ...
Der Anliegerverkehr aus
Richtung Dedinghauser Ortsmitte und aus Richtung Lippstadt - Especk bis
zum Bahnübergang bleibt möglich. Fußgänger und Radfahrer können im
Gegensatz zu Kfz die Gleise weiter queren. So bleibt für Bahnkunden der
Haltpunkt weiter erreichbar. ..."
Der Bahnübergang wird
seit über einem Jahr einem nach einem Defekt der alten Signalanlage durch
Sicherungsposten der Bahn kontrolliert. In diesem Jahr kam es bereits zu
mehreren gefährlichen Situationen und Beinaheunfällen und zu einer regen
Diskussion ('Grusel am Kusel') über die erhebliche Gefährdung aller
Verkehrsteilnehmer.
Den jüngsten Vorfall
an dem Bahnübergang 'Am Kusel' schildern Martina und Reinhard Finkeldei
aus Dedinghausen in einem Brief an Dedinghausen aktuell:
"Leider haben wir
dem endlosen Kapitel "Grusel am Kusel" den vorläufigen
Höhepunkt beizusteuern. Gestern Abend (16.11.2007) gegen 18.30 Uhr sind
mein Mann und ich mit dem Auto von Esbeck kommend auf den Bahnübergang
zugefahren. Der Bahnübergang war offen und die beiden Herren standen vor
ihrem Häuschen und warteten. Ansonsten war alles ruhig und leer. Aus
Vorsicht näherte sich mein Mann dem Übergang langsam und vorsichtig
(Gott sei Dank!) und schaute, ob etwas kommt. Unmittelbar vor den Gleisen
machte er plötzlich eine Vollbremsung und es fuhr mit hoher
Geschwindigkeit eine Lok direkt vor uns über den freien Bahnübergang!
Der Abstand zwischen unserem Auto und der Lok betrug keinen Meter!!
Wenn mein Mann nicht
geistesgegenwärtig bebremst hätte oder wir auch nur 1 km schneller
gefahren wären, wären wir jetzt beide tot! Die beiden Wärter kamen sehr
aufgeregt angerannt und behaupteten, dass diese Lok abgemeldet worden
wäre. Ein sofortiges Telefonat mit der Leitstelle in Anwesenheit meines
Mannes ließ dies aber nicht eindeutig klären. Nachdem mich mein Mann mit
einem Schock nach Hause gebracht hatte, fuhr er zur Polizei, um Anzeige zu
erstatten. Das war schwierig, weil uns ja nach Aussage des Polizisten
"nichts" passiert war. Wir haben dennoch Anzeige wegen
gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr oder so erstattet und
werden außerdem einen Anwalt einschalten um auszuloten, was man tun kann,
um diese untragbare Situation endlich zu entschärfen.
Ich denke, wir als
Dedinghäuser sollten uns endlich zusammentun und versuchen, etwas zu
bewirken, ehe es noch Todesopfer zu beklagen gibt. Wir waren auf jeden
Fall gestern Abend nur einen Bruchteil einer Sekunde davon entfernt, die
ersten Opfer zu sein…"