Einer der auszog: Werner Schlegel

Was ist aus Werner Schlegel geworden?

Schlegel Als diese Frage an die Redaktion herangetragen wurde, fiel mir bei dem Namen Schlegel zunächst der Schorn­stein­fegermeister Schlegel ein. Und ganz verkehrt war der erste Gedanke nicht. Werner Schlegel ist der Sohn und wohnte in den 1970 Jahren in Dedinghausen.

Er ist mit der Künstlerin Nicole Horvatic verheiratet und hat einen Sohn. Um mehr über ihn zu erfahren, habe ich Werner Schlegel in seinem Atelier in Niedertudorf besucht.

Als freier Künstler arbeitet Werner Schlegel in seinem hellen und lichtdurchfluteten Atelier.
Man spürt, dieser Mann hat Spaß an der Gestaltung, an der Arbeit mit Holz. Er gestaltet bis aufs wesentli­che konzentrierte Altarobjekte und Zeichnungen aus Holz.

Schlegel-4-300x200Es entsteht das Gefühl, Arbeit und Kunst sind eins für ihn. Der Lehrer Werner Schlegel bringt seine Begeisterung für die freie Kunst und den Kunstunter­richt in der Schule zusammen. Wenn er begeistert von seinem Unterricht an dem Gymnasium Johanneum in Wadersloh erzählt, möchte man noch einmal Schüler/-in sein.

Arbeit mit Kunst zu verbinden, ist ein Anliegen von Schlegel. Kunstinstallationen in Unternehmen ist ein weiteres Thema von Schlegel. Kunst bereichert und inspiriert den oft sterilen Arbeitsalltag.

Schlegel-5-300x200Dass er Bildhauer ist, verstand der Kunsterzieher Werner Schlegel vor 15 Jahren. Der Absolvent der Fächer Kunst und Sport an der Universität Paderborn und seit 1982 Lehrer am Gymnasium Johanneum in Wadersloh, huldigte der figür­lichen Malerei, als er durch einen Zufall Holzbohlen in einem Säge­werk entdeckte. Der große, tat­kräftige und ener­gische Mann, den man sich mit einer Axt und einer Ketten­säge gut vorstellen kann, fühlte sich von dem für ihn neuen Kunst-Stoff her­ausgefordert und begann umgehend, die Holzstücke mit Klöpfel und Beitel zu bearbeiten und mit Ölfarbe zu bemalen, wonach sie Marterpfählen glichen.

Schlegel, Träger des Kunstpreises Paderborn, formt mit Kettensäge, Beitel und Eisen aus großen Holz­- klötzen seine Skulpturen, aber auch wenn er zeichnet, setzt er auf Holz – zum Beispiel auf Pappelholz­scheiben. Seine Werke sind stark reduziert, auf ein Wesentliches ausgerichtet. Grundlage bietet ihm die Intuition und die Liebe zur handwerklichen Ausfüh­rung.

Die renommierte Berliner Kunsthistorikerin Gisela Burkamp schreibt über Schlegel:

Schlegel-7-200x300Schlegel-6-150x150„Grundsätzlich handeln die Arbeiten Schlegels natürlich- und nichts anderes gibt der Künstler vor- exemplarisch von den ewigen und spezifischen Problemen der Bildhauerei, die das Verhältnis von Raum und Masse, von Positiv- und Negativform, von Ordnung und Chaos, von Licht und Schatten und nun auch von Hülle und Kern an überzeugenden Beispielen vorführen. Hinzu kommen in diesem besonderen Fall die Herausforderungen eines künst­lerischen Grenzgängers zwischen Skulptur und Malerei. Dem Betrachter bleibt es nun überlassen, dem Appell, der sich aus der Innovation eines Werks zwingend ergibt, mit Bereitschaft zu neuem Schauen zu folgen. Beladen, gar belastet mit aufgesetzter Bedeutung sind Werner Schlegels Skulpturen und Bilder nicht. Sie zeigen ihre eigenwillige, spröde Schönheit und bewahren ihr Geheimnis. Das Geheimnis eines Künstlers, der Fläche und Raum nutzt, Raum durch Form bildet, Form aus Natur schafft, darum Natur mit Kunst verbindet und durch Kunst den Lebensraum des Menschen erweitert.“

Wer mehr über Werner Schlegel erfahren will, dem bieten sich folgende Möglichkeiten:
Werner Schlegel
Antoniusstraße 4 – Alter Bahnhof
33154 Salzkotten-Niederntudorf

www.werner-schlegel.de
atelier-schlegel@t-online.de