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| aus D.a. Juni '98 (Nr.290) | |||||||
125 Jahre Schützenverein Dedinghausen e.V.
(HWW) Im Juli dieses Jahres feiert unser Schützenverein sein 125-jähriges Jubelfest. D.a. will in den nächsten Ausgaben mit einer Serie 'So war das damals' auf dieses Fest einstimmen. Dabei wollen wir gleichwohl markante Eckpunkte der Vereinsgeschichte wie auch Geschichten aus dem Vereinsleben wiedergeben. Im vierten Teil der Serie lesen sie heute :
Eine Schützenkönigin erinnert sich
- Elisabeth Lummer erinnert sich an zwei Regentschaften -
Schützenfest 1963Nach dem frohen Fest am Sonntag begann dann am Montag der 3.Tag mit dem Vogelschießen. Einen König zu finden war manchmal nicht so einfach. Die Parole hieß : "Die Frauen sollten im alten Spritzenhaus eingesperrt werden, damit sie die Männer beim Vogelschießen nicht zurückhalten sollten." Aber das ließen sie sich nicht gefallen.
Nach einem kräftigen Frühstück für alle Schützenbrüder konnte das Vogelschießen beginnen. Mit Musik ging es zur Vogelstange. Der Pastor gab den 1.Schuß ab. So ging es hastig weiter. Mein Mann war schon mehrere Jahre Oberst und seine Sorge war es immer einen neuen König zu bekommen. Lange genug hatte er auf das Schießen verzichtet. Es gelang nun doch.Mit Musik ging es an die Theke. Ich war auch einverstanden. Wir hatten nur leider das blühende Alter überzogen. Der Vorstand setzte sich zusammen. Der Hofstaat war schnell gewählt. Für meinen Mann sprang Josef Kehl als Oberst ein.
In den Statuten standen nur 6 Hofdamen. Aber mit Nachbarinnen und guten Bekannten und Freunden wurden es dann 8. Der Hofstaat wurde nachmittags zum Kaffee geladen. Dann wurden wir ins Festzelt abgeholt. Das Fest verlief in bester Laune bis es am Dienstagmorgen schon wieder hell wurde und die Vögel sangen schon.
In unserer Zeit verlief das Schützenjahr noch ruhig und billig. Es wurde kein Geburtstag der Hofdamen gefeiert. Im Winter gab es noch den Hofdamenkaffee, zu dem am Abend die Männer dazukamen.
Anfang Januar gab es dann noch den Winterball bei Nünnerichs. Der Raum war nicht so groß, aber im kleinen Kreis wurde fröhlich gefeiert. Dedinghausen hatte auch noch nicht so viele Einwohner. Die Kleider waren nicht so teuer. Im kurzen Kleid ließ es sich auch gut tanzen.Vor dem kommenden Schützenfest wurde dann wieder festlich geschmückt, das war ja der Haupttag.
Leider hatten wir am 13.Mai, 5 Wochen vor unserem Fest, eine Überraschung. Es brannten bei uns die Scheune und die Stallungen während einer Maiandacht ab. Beim Schützenumzug mußten man dann die Augen nach rechts drehen, um die Brandruine nicht zu sehen.
Das Fest verlief wieder in bester Stimmung bis in den frühen Morgen.
Überraschung beim Vogelschießen 1970
Im Jahr 1970 gab es beim Vogelschießen eine Überraschung. Scheinbar waren nur wenige Bewerber da. Man machte eine Feuerpause, in der sich die Schützen wieder Mut holen sollten.
Mein Mann sagte zum Hauptmann Heinz Kißler : "Wir beide wollen den Vogel mal so eben helfen." Beide gingen zur Stange. Den 1.Schuß gab mein Mann ab, den 2. Kißler, den 3. Schuß mein Mann, den 4.Kißler. Der Vogel bewegt sich nicht. Dann gab mein Mann ungewollt den Treffer. Der Vogel spaltete sich und lag unten.
Ich saß bei Freunden im Zelt. Wir hatten nichts von allem mitbekommen. Kinder kamen und gratulierten. "Das glaube ich nicht." Dann kam Frau Bergmann und gratulierte. "Mein Mann schießt doch nicht zweimal den Vogel ab !" "Ja, er steht schon auf der Theke", sagte Frau Bergmann. Zu meinem Erstaunen war dann für mich alles klar.
Wir setzten uns wieder mit dem Vorstand zusammen. Mein Mann hatte schon seinen Plan für den Hofstaat fertig. "Ich nehmen meinen Vorstand." Alle waren einverstanden. Jung und alt feierten gemeinsam in froher Runde.
Am späten Abend gab es dann eine schaurige Nachricht : Scheune, Stallungen und Wohnhaus von Remmert-Meilf standen in hellen Flammen. Schaulustige gingen zur Brandstelle. Die schöne Feier war gestört und endete früher.
Zweimal nach 25 Jahren hatten wir dann unserer Jubelfest. Es wurde wieder gekränzt, wie das üblich ist. Nur der Samstagabend war für die Jubelpaare. Das hat man jetzt geändert.
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© D.a. online 1997/98 - D.a.@Dedinghausen.de