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| aus D.a. Dez. '98 (Nr.295) | |||||||||
Das aktuelle Interview:
Für die Weihnachtsausgabe von D.a. hat sich die D.a. Kinderredaktion (betreut von Kerstin Christ) um einen ganz besonderen Interviewgast bemüht. Mitte November bekamen wir endlich seine Zustimmung. Der heilige Nikolaus kam persönlich nach Dedinghausen, um sich von Laura Müller (LM), Frauke Labach (FL), Karina Sauer (KS), Kristin Hatscher (KH) und Marleen Happe (MH) interviewen zu lassen.
L.M.: Wie sind Sie zu Ihrem Namen gekommen?
Meine Eltern haben mich auf den Namen Nikolaus taufen lassen.
F.L.: Wo wohnen Sie?
Früher wohnte ich in der kleinasiatischen Provinz Lykien, das ist wohl in der heutigen Türkei. Heute habe ich eine kleines Häuschen in der Nähe des Nordpols.
K.S.: Haben Sie eine Frau oder Freundin?
Nein, für eine richtige Beziehung habe ich einfach zu wenig Zeit. Außerdem lebe ich auch zu abgeschieden von der Zivilisation. Das mag keine Frau. Aber ich habe eine Haushaltshilfe, die dreimal in der Woche kommt.
K.H.: Was für einen Beruf haben Sie?
Angefangen habe ich als Mönch im Kloster Sion. Später wurde ich Erzbischof von Myra und noch viel später wurde ich heilig gesprochen. Jetzt bin ich Schutzherr der Kinder, Seefahrer, Kaufleute, Richter, Reisende, Apotheker und Bäcker. Außerdem bin ich der Schutzpatron Rußlands.
M.H.: Warum kommen Sie am 6. Dezember?
Oh, ich komme nur in einigen europäischen Ländern am 6. Dezember, da dort an diesem Tag mein Namensfest gefeiert wird. Alle Kinder, und natürlich auch Erwachsene, die beispielsweise Nicole, Klaus oder Niko heißen, haben dann Namenstag. Ich bin im Prinzip den ganzen Dezember unterwegs, um netten Kindern kleine Geschenke zu bringen. In einigen Ländern stellen mir zur Stärkung die Kinder ein Glas Milch und Plätzchen auf den Tisch oder Kaminsims. Ich habe auch schon kleine Bastelarbeiten bekommen. Früher haben mir die Kinder in Deutschland auch Gedichte aufgesagt, daß war immer sehr schön .... jaja .... aber ich schweife vom Thema ab.
L.M.: Kommen Sie immer noch durch den Schornstein oder benutzen Sie auch die Haustür?
Wenn ein Kamin vorhanden ist, benutze ich ihn auch in der Regel. Es sei denn, er ist zu sehr verschmutzt oder zu heiß gefeuert. Ansonsten benutze ich die Haustüren. Die meisten Eltern haben geben mir mittlerweile einen Hausschlüssel.
F.L.: Wie viele Rentiere besitzen Sie?
Da muß ich mal überlegen. Also, ich habe 36 Schlitten, vor jeden Schlitten passen 11 Rentiere und ein paar Ersatztiere gibt es auch noch. Ich schätze, es sind ungefähr 450 Rentiere.
K.H.: Haben Sie ein Lieblings-Rentier?
Ja, ich denke es ist Rudolf Rotnase. Es ist auch das einzige Rentier, daß ich aufgrund seiner leuchtenden roten Nase sofort erkenne.
K.S.: Sind Sie schon mal mit einem Flugzeug geflogen?
Nein, wozu soll ich mich in eine solche Blechkiste setzen, wenn ich meine fliegenden Rentiere habe. Allerdings ist der Luftraum durch diese Flugzeuge mittlerweile ziemlich überfüllt.
M.H.: Haben Sie eigentlich Helfer?
Sicherlich, alleine würde ich die Arbeit nicht mehr schaffen. Meine Helferfreunde für die Geschenkeherstellung und den Bürokram sind Zwerge, Elfen, Wichtel und Feen. Santa Clause, das Christkind und ich kümmern uns um den Versand. Dann gibt es noch Knecht Ruprecht und einige andere Leute und Tiere. Wir arbeiten alle zusammen und sind ein super Team. Gelegentlich kommt sogar der Osterhase zu Besuch.
L.M.: Wie finanzieren Sie die Geschenke?
Die Rohstoffe produzieren wir selbst, zum Teil mit magischer Hilfe der Elefen und Feen. Ansonsten bekommen wir Spenden, Werbeeinnahmen oder verkaufen die Briefmarken der Wunschzettel an Briefmarkensammler.
K.S.: Warum begleitet Dich gelegentlich der Knecht Ruprecht?
Na seht ihr, eigentlich sollen nur brave und nette Kinder von uns Geschenke bekommen. Knecht Ruprecht versucht den restlichen Kindern nur deutlich zu machen, daß sie auch lieber nett und brav sein sollten. Er ist aber nicht ständig dabei. In Rußland beispielsweise begleitet mich ein rosa Schweinchen.
F.L.: Können Sie eigentlich das Lied "Jingle Bells" noch hören?
Öh, es geht so. In meiner Freizeit höre ich auch lieber Klassik oder die aktuelle Popmusik aus dem Radio.
M.H.: Treiben Sie Sport?
Sicherlich. Ich muß schließlich fit bleiben. Am liebsten fahre ich Schlittschuh. Seit neustem übe ich mich auch im Ski-Springen.
K.H.: Kochen Sie gerne?
Sehr gerne sogar. Schließlich esse ich auch gerne, was man an meiner Figur unschwer erkennen kann. Ich probiere viele Gerichte aus den verschiedensten Ländern aus.
F.L.: Haben Sie bei dem Film "Santa Clause" mit Regie geführt?
Nein, aber Santa Clause und ich haben den Regisseur mit einigen Anregungen unterstützt.
M.H.: Warum ist Ihr Gewand rot?
Ich trage ein rotes Gewand seitdem ich Erzbischof wurde. Das ist meine Amtskleidung. Außerdem paßt rot doch wohl auch gut zu meinem weißen Bart. Die Zusammenstellung von rot und weiß hat mir auch schon ein paar lukrative Werbeaufträge für eine große Limonadenfirma gebracht.
K.S.: Welche Farben haben Ihre Pyjamas?
Verschieden. Hauptsächlich sind sie pink, lila, türkis, gelb und orange.
L.M.: Was machen Sie eigentlich Ostern?
Da fahre ich auf die Oster- oder Weihnachtsinsel in den Urlaub. Vor ein paar Jahren war ich auch mal auf Mallorca, aber da waren mir zu viele deutsche Touristen.
K.H.: Was ist ihr größter Wunsch?
Das alle Menschen glücklich sind und in Frieden miteinander leben. Außerdem, daß einige Kinder mit ihren Weihnachtswünschen etwas sorgfältiger umgehen. Es muß schließlich nicht alles immer groß und teuer sein.
M.H.: Wir danken Ihnen für das Gespräch!
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© D.a. online 1997/98 - D.a.@Dedinghausen.de