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aus D.a. April '98 (Nr.288)

D.a. -Kinderredaktion im Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Schwade

(Kerstin Chirst) Anfang März führte die D.a. -Kinderredaktion ein Gespräch mit dem Bürgermeister der Stadt Lippstadt Wolfgang Schwade. Wir sind sehr freundlich im Stadthaus empfangen und während des Interviews mit Limonade und Keksen bewirtet worden (siehe Foto) . Zum Abschied bekamen wir noch das Lippstadt -Video geschenkt.
Für D.a. waren Laura Müller (LM), Frauke Labach (FL), Laura Ferone (LF), Marleen Happe (MH), Kristin Hatscher (KH) und Karina Sauer (KS) im Einsatz.
D.a.
(LM) : Wann sind Sie geboren?
BM Schwade : Ich bin an einem Sonntag, den 11. Januar 1959 um 8.00 Uhr im Dreifaltigkeitshospital in Lippstadt geboren worden. Ich bin jetzt 39 Jahre alt.
D.a. (FL) : Wie groß sind Sie?
BM Schwade : In meinem Paß steht 1,83 m. Morgens bin ich ein bißchen größer und abends ein bißchen kleiner.
D.a. (KS) : Haben Sie Kinder ? Wenn ja, wieviele und wie alt sind sie?
BM Schwade : Ja, ich habe vier Kinder. Jan-Niclas ist 8 Jahre, Jonas 6 Jahre, Ann-Sophie 4 Jahre und Pia ist 2 Jahre alt.
D.a. (MH) : Auf welchen Schulen waren Sie?
BM Schwade : Zunächst war ich auf der Friederichschule in Lippstadt. Mein Vater war Rektor an der Grundschule, so daß ich in den Pausen den Telefondienst übernehmen mußte. Anschließend ging ich aufs Ostendorf - Gymnasium und machte dort mein Abitur.
Da. (FL) : Sind Sie in der Schulzeit einmal sitzengeblieben? Wenn ja, wegen welchen Faches?
BM Schwade : Nein, ich bin nie sitzengeblieben.
Da. (LM) : Wie kam es dazu, daß Sie Bürgermeister wurden?
BM Schwade : Ich bin gefragt worden, ob ich Interesse hätte in Lippstadt Bürgermeister zu werden und der Rat der Stadt hat mich dann im Februar 1997 gewählt.
Da. (LF) : Muss man etwas besonderes studieren, um Bürgermeister zu werden?
BM Schwade : Nein, jeder kann Bürgermeister werden, sofern man älter als 23 Jahre ist und jünger als 68 Jahre. Früher war der Bürgermeister auch nur ehrenamtlich tätig. Heute gibt es den hauptamtlichen Bürgermeister, das heißt, Bürgermeister ist ein richtiger Beruf.
Da. (KH) : Macht es Ihnen Spaß Bürgermeister zu sein? Wenn ja, warum?
BM Schwade : Ja, es ist auch nötig Spaß daran zu haben, denn man ist auch rund um die Uhr im Einsatz. Ich bin zum einen Chef der Verwaltung und dann natürlich auch der Repräsentant der Stadt Lippstadt. Ich habe einen abwechslungsreichen Arbeitstag, lerne viele Leute kennen und freue mich, wenn ich anderen helfen kann.
Da. (MH) : Was für einen Beruf haben Sie vorher ausgeübt ?
BM Schwade :Nach meinem Jurastudium absolvierte ich für mein zweites Staatsexamen eine dreijährige Referendariatszeit. Anschließend arbeitete ich beim Deutschen Städte- und Gemeindebund als Referent im Bereich Umweltrecht und als persönlicher Referent des Hauptgeschäftsführers. Danach war ich 5 Jahre lang Stadtdirektor in Rietberg.
D.a. (KS) : Wie lang ist Ihr Arbeitstag?
BM Schwade :Das kann man nicht so genau sagen. In der Regel komme ich kurz nach 8.00 Uhr ins Büro, nachdem ich meine Kinder in den Kindergarten gebracht habe. Nach Hause komme ich meistens erst zwischen 22.00 und 23.00 Uhr. Natürlich habe ich eine Mittagspause, nicht immer, aber immer öfter.
Da. (LF) : Gibt es bei Ihnen eine Regel, die Sie immer einhalten?
BM Schwade : Oh, daß ist aber ganz schön schwer. Ich denke, daß ich mich immer abmelde, wenn ich zu einer Einladung nicht kommen kann. Somit muß derjenige oder diejenige mit meinem Kommen rechnen, wenn ich mich nicht melde.
Da. (FL) : Meinen Sie, immer richtig gehandelt zu haben oder bereuen Sie einige Amtshandlungen?
BM Schwade : Es gibt keinen vollkommenen Menschen. Der Mensch macht Fehler und wir müssen versuchen, sie so gering wie möglich zu halten. Sicherlich hätte man im nachhinein einige Entscheidungen vielleicht anders gefällt, aber ab und zu hat man eben mal unrecht.
Da. (KH) : Was genau sind die Aufgaben eines Bürgermeisters?
BM Schwade : Der Bürgermeister hat sehr viele Aufgaben. Zum einen muß ich die Stadt vertreten. Das heißt, ich empfange beispielsweise die Besuchergruppen der Stadt Lippstadt. Wenn an eurer Schule also ein Austausch stattfindet, begrüße ich die Schüler und Lehrer der anderen Schule.
Dann überbringe ich viele Glückwünsche bei Jubiläen von Vereinen oder Personen und bei Ehrungen und Eröffnungen. Wenn ich zu einem solchen Anlaß mal keine Zeit habe, vertritt mich entweder Herr Klocke, Frau Stotz oder Herr Sieberts.
Dann bin ich ja auch noch der Leiter der Verwaltung. Ich habe somit auch noch viele Besprechungen und Sitzungen, an denen ich teilnehmen muß. Außerdem habe ich den Vorsitz in den Ratssitzungen, dann bin ich Dezernent für das Haupt-, Personal-, Rechnungsprüfungs- und Wohnungsförderungsamt und dem Fachbereich Jugend und Soziales und sitze noch weiter in den verschiedensten Gremien.
Das ist nur eine kleine Auswahl von dem was ich mache. Ich könnte euch sonst den ganzen Nachmittag davon erzählen.

Da.
(MH) : Was sind Ihre nächsten Pläne für Lippstadt?
BM Schwade : Wie ihr vielleicht auch in der Zeitung gelesen habt, ist ein großes Projekt der Verkehr und der Bau der Südtangente. Dann gibt es noch den Wohnpark Süd, wo früher die englischen Kasernen waren. Dort entstehen Einfamilienhäuser, Miet- und Eigentumswohnungen für ungefähr 1400 Einwohner, eine Sportanlage, ein Kindergarten, ein Jugendzentrum, ein riesiger Kinderspielplatz und die Musikschule. Für das alte Musikschulgebäude im Zentrum muß auch noch eine Alternative gefunden werden. Außerdem beschäftigen wir uns mit dem Stadtmarketing, das heißt Lippstadt, soll noch schöner und attraktiver werden.
Da. (LM): Wie lange sind Sie jetzt Bürgermeister von Lippstadt?
BM Schwade : Ich bin seit dem 1. August 1997, also 7 Monate im Amt.
Da. (KS) : Was machen Sie, wenn Sie nächstes Jahr nicht mehr gewählt werden sollten?
BM Schwade : Darüber mache ich mir keine Gedanken, denn ich gehe davon aus wiedergewählt zu werden.
Da. (KH) : Können Sie Inliner fahren? Wenn ja, waren Sie auch schon mal an der Halfpipe in Lippstadt?
BM Schwade : Ich besitze ein paar Rollschuhe, aber sie waren sehr günstig und mir ist es zu anstrengend damit zu fahren. An der Halfpipe war ich schon mal, bin aber nicht darauf gefahren.
D.a. (MH) : Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
BM Schwade : Ich unternehme etwas mit meiner Familie. Wir gehen in den Zoo, fahren zusammen Fahrrad oder besichtigen irgendwelche Sehenswürdigkeiten. Letztens waren wir zum Beispiel am Hermannsdenkmal und bei den Externsteinen. Dann höre ich noch gerne Musik, lese, spiele Klarinette oder koche.
D.a. (FL) : Haben Sie Haustiere? Wenn ja, welche?
BM Schwade : Wir haben vier wilde Katzen im Garten, die meine Frau regelmäßig füttert. Dann hat mein Sohn Jonas letztens zum Geburtstag noch ein Meerschweinchen und ein Zwergkaninchen bekommen.
D.a. (LM) : Was ist Ihr Lieblingsessen?
BM Schwade : Eigentlich viele Sachen, aber ich denke Linsensuppe.
Da. (LF) : Welchen Herrenausstatter bevorzugen Sie?
BM Schwade : Keinen bestimmten. Ich kaufe da ein, wo ich gerade bin und Zeit habe.
Da. (MH) : Sind Sie Fan für einen bestimmten Fußballverein?
BM Schwade : Bayern München, schon seit 1969!
D.a. (LM) : Helfen Sie zu Hause mit im Haushalt?
BM Schwade : Wenn ich zu Hause bin, helfe ich auch, vor allem koche ich sehr gerne.
Da. (LF) : Lachen Sie gerne über Blondinenwitze?
BM Schwade : Ich lache insgesamt sehr gerne. Es muß nicht gerade über Blondinenwitze sein.
Da. (KH) : Haben Sie einen Lieblingswitz ? Wenn ja, welchen?
BM Schwade : Oh, da muß ich aber mal überlegen. Das ist ganz schön schwer, denn so auf Anhieb fallen mir meistens keine Witze ein. Was haltet ihr von diesem hier:
Treffen sich drei Jungen und geben an, wer den kleinsten Vater hat. Meint der erste: "Mein Vater ist Maurer bei LEGO." Sagt der zweite. "Meiner ist Testfahrer bei Matchbox." Da schreitet der dritte ein. "Meiner ist so klein, der ist Rettungsschwimmer in einer Wasserwaage."
D.a. (KS) : Spielen Sie ein Instrument?
BM Schwade : Ich spiele Klarinette. Früher habe ich auch noch Blockflöte gespielt und für eine kurze Zeit auch Trompete.
D.a. (LM) : Welche Musik hören Sie gerne?
BM Schwade : Ich höre so ziemlich alles, von Klassik bis zu aktueller Popmusik. Also von den Pet Shop Boys über ABBA bis zu Joe Cocker und von Mozart über Beethoven zu den Modernen.
Da. (KH) : Benutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel?
BM Schwade : Sehr selten. Da die Verbindungen von Rietberg nach Lippstadt auch nicht meinen Arbeitszeiten entsprechen, benutze ich das Auto.
Da. (KS) : Stimmt es, daß Sie einen Wagen mit Chauffeur haben? Wenn ja, wofür?
BM Schwade : Zum einen für Dienstreisen, zum Beispiel nach Düsseldorf zum Ministerium, und zum anderen, wenn ich Termine eng aufeinander habe, damit ich nicht erst noch eine Viertel Stunde nach einem Parkplatz suchen muß.
Da. (FL) : Sind Sie für oder gegen die neue Rechtschreibung? Warum?
BM Schwade : Ich bleibe bei dem, was ich gelernt habe, jedenfalls solange es geht.
D.a. (MH) : Sind Sie für den Euro? Warum?
BM Schwade : Ja, auf jeden Fall. Er unterstützt den europäischen Binnenmarkt und die Wirtschaftskraft Europas. Außerdem gibt es nicht mehr die vielen Devisenschwankungen und man muß nicht laufend Geld umtauschen, wenn man ins europäische Ausland fährt.
Da. (KH) : Was ist Ihr größter Wunsch für die Zukunft?
BM Schwade : Daß alle Mitbürger friedlich und zufrieden in Lippstadt zusammenleben und keine inneren und äußeren Einflüsse dies entzweien können. Weiterhin sozialen Frieden im ganzen Land, ein Voranschreiten der Integration und natürlich Gesundheit für meine Familie und mich.
D.a. (LF) : Wir danken Ihnen für das Gespräch !!!

Betreut wurde die
D.a.-Kinderredaktion von Kerstin Christ
 


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