Nach zwei (bei vielen
jedoch schon 3,...) Schützenfesttagen waren doch einige verkatert. Andere
gingen zum Schützenfrühstück und waren bald wieder in ihrem Element.
Reichlich gedeckt fanden die Schützen und die Ehrengäste den
Frühstückstisch im Festzelt vor. Und so kam es, dass man zur Ehrung
verdienter und langjähriger Vereinsmitglieder etwas hinter dem Zeitplan
antrat. In die Gratulantenschar reihten sich in die Schützenformation
u.a. auch die Königin, der stellv. Bürgermeister Franz Klocke und das
Ratsmitglied Reinhold Brinkhaus ein.
Als
dann der Geschäftsführer Theo Husemann mit den Orden auftauchte, begann
auch gleich die Ehrung. 18 Schützen traten aus dem Bataillon hervor.
Oberst Berni Plaß präsentierte anschließend der Presse die treuesten
Vereinsmitglieder. Wendel Elm wurde für seine 60-jährige Vereinstreue
geehrt. Franz Grothe und Ewald Sauerteig bekamen ihren Orden für
50-jährige Vereinstreue.
Den
Anschluss der Ehrungen nutzte der Sprecher des Hörster Tambourcorps, um
sich beim Schützenverein Dedinghausen herzlich zu bedanken. Ende April'01
feierten die Hörster ihr 75-jähriges Bestehen.
Unser
Schützenverein hatte gratuliert und ein Präsent in Hörste gelassen.
Dafür gab es nun Dankesworte, Freibier und eine Urkunde.
Gegen
10.30 Uhr marschierte man dann zur Vogelstange. Ferien und die große
Hitze (wieder über 30°C) hielten in diesem Jahr die Zuschauermengen in
Grenzen.
Bereits
mit dem neunten Schuss sicherte sich Achim Stratmann das Zepter. Manuel
Greschniok holte dann mit einem Schuss die Krone und das Fass aus dem
Kugelfang. Mit dem 23.Schuss ging der Apfel an Hansmartin Deimel. Dann
sortierten sich die Schützen neu und es ging ums Ganze.
Als es
in die Endphase des Königsschießens ging waren noch drei ernsthafte
Bewerber um die Königswürde unter der Vogelstange auszumachen. Jürgen
Vossebürger holte dann mit dem 126.Schuss fast den Vogel aus seinem Hort.
Seine beiden Mitbewerber ließen ihm aus Anerkennung für diesen tollen
Schuss nun den Forttritt für den finalen Königsschuss. Doch Jürgen
benötigte nochmals neun Schüsse, um endlich den Rest des Vogels
"Franziskus" nach unten zu holen.
Was
für weiter entfernt stehende Zuschauer vielleicht nach einem Alleingang
von Jürgen aussah, war in Wirklichkeit höfliche und anerkennende
Zurückhaltung seiner Mitkonkurrenten.
Nach
dem 135. Schuss war Jürgen dann aber doch neuer Schützenkönig von
Dedinghausen.
Ab 16
Uhr fanden sich bei glühender Hitze (34°C) so nach und nach die
Schützen auf dem Festplatz ein. Gegen 17 Uhr war eine recht ansehnliche
Zahl beieinander, so dass Hauptmann A. Vossebürger den Befehl zum
Antreten gab.
Auf dem
kürzesten Weg ging es dann durch's Dorf zum Birkhof, wo im Hause seiner
Eltern die Residenz des zukünftigen Königs Jürgen Vossebürger und
seiner Frau Monika war. Das Abschreiten der Schützenfront war dann die
erste Pflicht des neuen Königspaares.
Der
Vorstand des Schützenvereins, das noch amtierende Königspaar Hans und
Martina Kehl sowie ihre Nachfolger reihten sich mit ihrem Hofstaat ein und
es ging zurück zum Festplatz.
Hier
fand vor zahlreichen Zuschauern die Krönungszeremonie statt. Ein letztes
Mal schritten Martina und Hans Kehl die Front der Schützen ab. Danach
wechselte die Königskette auf Jürgen Vossebürger, der sie nun ein Jahr
tragen wird und zusammen mit seiner Frau Monika und ihrem Hofstaat den
Schützenverein repräsentieren wird.
Mit dem
Königstanz begannen die neuen Regenten ihr Jahr und leiteten damit über
zu einem langen Abend und eine noch längere Nacht beim Schützenfest in
Dedinghausen 2001.
Im Zelt
ist am frühen Montagabend nicht viel los. Vor dem Thron spielt eine
Kapelle dem Hofstaat auf. Fröhlich geht es her in dieser Runde, auch wenn
einige Gesichter jetzt schon von der Anstrengung des Tages gezeichnet
sind. Nach dem Abzug der Musik mit vielen Verbeugungen ruft die
Tanzkapelle die Damen und Herren des Hofstaates auf die Tanzfläche.
Einsam
bleibt ein Paar auf dem Thron stehen. Man kann den Eindruck bekommen, die
trauen sich dort nicht fort, warten oder gehören irgendwie nicht dazu.
Jetzt umfasst der Mann seine Partnerin und sie bewegen sich versunken im
Takte der Musik. Auf der grünen Joppe des Mannes hat bis vor wenigen
Stunden noch einiges an Metall geklimpert und das Haupthaar der Frau
zierte ein goldenes Kränzchen. Allein auf der jetzt so groß
erscheinenden Tanzfläche tanzt das alte Schützenfestpaar seinen letzten
Tanz, nicht für die Schützen, nicht für die Besucher, nur für sich.
Die
Tanzmusik verklingt, der Hofstaat kehrt an den Thron zurück und das Zelt
hat sich inzwischen bis in die letzten Winkel gefüllt. In einer breiten
Lücke erkennt man neue Akteure der heutigen Vorstellung. Der alte
Hofstaat erscheint in Zivil und hat keine Mühe bis zum Thron zu gelangen.
Texte werden im Publikum verteilt, der CD-Spieler setzt ein und gemeinsam
singt man mit dem alten Königspaar Hans und Martina Kehl ein
Abschiedslied (Lesen Sie hierzu auch diesen Bericht).
Es wird
sich bedankt, verbeugt und gewunken und dann dürfen die Abgedankten auf
einer Bank Platz nehmen und werden zur Theke geschoben. „Kehls
Biergarten" steht auf der Bank, garniert mit Sonnenschirm und kleinen
Bierfässern. Und wenn jetzt Kehls Kneipe mal Pause machen darf, dann kann
Hans die Martina oder die Martina ihren Hans in ihren privaten Biergarten
einladen.
Als der
Thron bereinigt war, nahm der Schützenfestmontag seinen gewohnten
Verlauf. Am Thron war man weiter fröhlich, die Schützen zeigten mehr
oder weniger Ausfälle und wer am nächsten Tag arbeiten musste, begab
sich auf den Heimweg, mit der Erinnerung an ein wieder heißes
Schützenfest in Dedinghausen.