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Berichte 2003
 D.a.  2003 - Nr. 343 » ... aktuell * Rückblick
  

Klassik meets Karneval - Bürgertreff bebt!
Romanze wird Dank D.a. zu Domina - geringe Narrenresonanz

(DB) Am 1.03.2003 war es wieder soweit. Nach der wilden Weibernacht am vorangegangenen Donnerstag stand der jährliche KCD - Ball im erweiterten Bürgertreff auf dem Programm der Narrenkarawane. Gegen 19 Uhr 11 marschierte der diesjährige Elferrat, begleitet von der Tanzgarde, unter dem Klatschmarsch in die bei weitem nicht ausverkaufte Karnevalshochburg ein.

Die Elf bestanden in diesem Jahr aus dem Königspaar Uli Greschniok und Ulla Wellhausen, sowie Frank Sprenger, Ulrike Koers, Andre Nünnerich, Eva Heilig und Monika Behne. Komplettiert wurde der Elferrat durch den Vorstand des KCD Dieter Radtke, Kuno Peter, Bernhard Schäfers und Edgar Walter. Nachdem das befreundete Prinzenpaar sowie der Vorstand des Karnevalsclubs Kallenhardt einen eher ausgefallenen Schlachtruf "Kallenhardt mä, mä!" angestimmt hatten, setzte sich das Narrenschiff langsam in Bewegung. 

Die langjährige Tanzgarde führte unterstützt von Debütantin Melanie Moore anschließend ihren traditionellen, aber dennoch professionellen Gardetanz auf, ehe die "Dumme Kuh" in der ersten Bütt den Narren ihren Beziehungsfrust offenbarte. Sie "heulte" sich in üblicher "Deprimanier" über ihr, die Emanze würde sagen "primitives verkalktes lebenswegbegleitendes Wesen" aus (aber dazu später). Die Hochzeitsreise nach Telgte und solche intelligent beziehungsfördernden Sprüche wie "der schönste Körper im Schlafzimmer ist der Heizkörper" brachten IHM dann die schlimmste Konsequenz mit sich, die nur vorstellbar ist, nämlich "Trennkost". Er isst im Stall, sie in der Küche.

Es folgte nach dem ersten Klagelied der nächste Versuch die Narren in Ekstase zu versetzen. Doch die Golden Girls um Gaby Becker (Carmen Peter, Uta Wittmann, Brigitte Hasse, Monika Behne, Maria Greschniok, Rafaela Hendel) trafen trotz tatkräftiger Unterstützung von Rudi Völler, dem "König von Deutschland", Gerhard Schröder und gelungener Kostüme nicht den Nerv, der Begeisterungsstürme auslöste. Das Finale des Auftritts bildete die Präsentation von Papphinterteilen, die unterstützt von Wolle Petrys "Das geht mir alles so am A... vorbei" in die Menge wedelten und wohl ein wenig zu primitiv wirkte. 

"Es gibt ein Leben nach dem Tod", mit diesem Titel bewegten die legendären "Fünf im Chor" das Programm auf die Wiederauferstehung zu. Nach einer "erfolgreichen" Pinkelpause brachten "Cäsar" und Gerry Hagenhoff, sowie Ingo Euler, Heinz Wessinghage und Werner Tünsmeier mit den Bläck Föss "Bye bye my Love" die Narren zum Schunkeln. 

Der klassische Takt mündete dann nach steilem Anstieg in die Popwelt Dedinghausens. "Dedinghausen sucht den Superstar" hieß das aktuelle Motto der Long Long Ladies. Moderiert von Conny "Michelle" Stellmacher kämpften sechs Kandidaten um die Würde des Popstars Dedinghausens. In einem spannenden Wettkampf setzte sich Enrico Casanova dank des Applaus - O - Meters durch. Nach einem kleinen Zwischenspiel Daniel Kübelböcks, der kurz zuvor bei der nationalen Entscheidung seine Sachen packen musste, und nun fälschlicherweise glaubte in Dedinghausen Asyl zu bekommen, schmetterten doch alle Kandidaten gemeinsam im mit Wunderkerzen illuminierten Bürgertreff Dieter Bohlens "We have a dream" zum gelungenen Ausklang. 

Nun stand der spannendste Punkt auf dem Programm: Die Verkündung und Ehrung des neuen "Doctor humoris causa". Umrahmt von allen ehemaligen Doktoren betrat der amtierende wie immer schlappentragende Doktor Gerry Hagenhoff mit Hut und Zepter das Parkett. Er benötigte nicht viele Worte in seiner Laudatio; der neue Doktor kommt mitten aus der Dorfbevölkerung, ist in sämtlichen Vereinen tätig und besitzt sogar einen eigenen Schlachtruf, der vor allem auf Partys zum Besten gegeben wird. Der neue "Doctor humoris causa" heißt Martin Grothe. 

Nach diesem eher besinnlichen, ruhigen und sentimentalen Augenblick, in dessen Mittelpunkt natürlich ein Mann stand, gröööölte es schon wieder hinter der Bühne. Das Unheil, der Alptraum, die Apokalypse aller Männlichkeit näherte sich. Was Sabine Knaup noch deprimiert und frustriert darstellte, kam jetzt selbstbewusst, egozentrisch und arrogant daher. Die schizophrene Weiblichkeit, die sich binnen von Sekunden von schürzentragender, bierflaschenhebender und grölender Emanze mit ihrem Revolutionsruf "Prost Mädels, prost Schwester" in eine brutale, peitschenschwenkende und kommandierende Domina mit dem Gewaltaufruf "Hau zu!" verwandelt, betrat die Bühne. 

Die Anregung zur Verwandlung habe sie von D.a. und somit vom Autor dieses Textes erhalten. Ich entschuldige mich also nun in dieser Form bei allen männlichen Dorfbewohnern, die diesen Auftritt ertragen mussten. Ich hoffe es hat niemand bleibende Schäden davongetragen, wäre doch Schade um die "Krone der Schöpfung". Ich werde an dieser Stelle keine weiteren Anregungen für den Auftritt im nächsten Jahr geben. Der Inhalt ist ja auch schnell erzählt: Emanze männerfeindliches Gesülze von sich grölend-Domina mit Partner an Kette schlagend und wild rumkommandierend. Aber Frau Collavo-Kasprik bleiben sie uns erhalten. Man munkelt allerdings, dass sich nächsten Jahr mal ein männliches Pondeau auf die Bühne bequemen wird und der aufmüpfigen Weiblichkeit mal eben in wenigen Minuten kurz, knapp, präzise, deutlich, eindringlich und unmissverständlich darlegt, wo "der Frosch die Locken hat". Seien sie vorbereitet!

Die allseits beliebten und stimmungsfördernden "Räuber" ließen nun den Saal zum ersten Mal aufkochen. In geschlechtsunspezifischer Einigkeit schunkelten, klatschten und tanzten die Narren zu den Kölner Klassikern "Ja, wenn das Trömmelchen geht" und "In meiner Kneipe is keiner alleine".

Anschließend zeigten die "Sunshine Girls", dass sie dem Boygroup- und Teeniebandalter wohl schon länger entwachsen sind. Mit deftigem Punkrock heizten Isabelle Ahlke, Kathrin Schober, Jennifer Greschniok, Susi Schulte-Hammer, Katrin Olmesdahl und Vera Hagenhoff den Dedinghauser Narren mit einen Showtanz noch zusätzlich ein. An dieser Stelle, da es zum wiederholten Mal auffiel, könnte man erwähnen, dass nur einige wenige Orden des KCD den Darstellern passten. Waren das wirklich, wie behauptet, nur irrtümlicherweise die Kinderkarnevalsorden oder wurde da am falschen Ende gespart? 

Den Abschluss der Büttreihe machte traditionell der "Dorfknecht". Doch wer als männlicher Besucher jetzt auf ein contra - Element in Bezug auf die Weiblichkeit gehofft hatte, wurde enttäuscht. Der Dorfknecht begründete die Tatsache, dass Beamten immer stehend beerdigt werden damit, dass niemand sagen könne "da liegt die dumme Sau!". Des weiteren sprach er alltägliche hauptsächlich maskuline Probleme an, wie die Stange beim Herrenfahrrad, die "sei ja wohl das letzte was man gebrauchen könne, wenn man(n) vom Sattel rutsche" oder er erwähnte Vorfälle von Masturbation und Oral - Sex, die sich im Marienhospital in Erwitte zugetragen hätten.

Was nun folgte, kann man(n) und Frau ohne Zweifel als Highlight des Abends bezeichnen. Das paradoxe an dem Auftritt der "drei Tenöre" war allerdings, dass die Begeisterungsstürme trotz des klassischen, abgrundtief schleimigen "O sole mio" zustande kamen. Aber weder Pavarotti, noch Carreras oder Domingo können dieses Stück so aussagekräftig darstellen wie die drei Dedinghauser Startenöre samt Dirigent. 

Diese Ereignis verbal zu beschreiben würde den Auftritt nur schmälern. Man muss gesehen haben, wie die Tenöre dem Dirigenten trotz scheinbar unüberwindlicher Weite einen Blumenstrauß überreichten oder ihm ein Plüschherz zukommen ließen. Sie wankten ohne Grenzen vor und zurück und verbogen sich nach allen Regeln der Kunst. Diese Tenöre waren einzigartig, nein großartig! 

Da die Stimmung nun auf dem Höhepunkt brodelte, hatte die Tanzgarde mit ihrem Showtanz "What a feeling" mit einer gelungenen Inszenierung leichtes Spiel die Massen auf Touren zu halten. Sie bildeten traditionell den Abschluss des Programms vor dem großen Finale, bei welchem sich nochmals alle Akteure auf der Bühne wiederfanden. 

Als Fazit kann man sagen, dass das diesjährige Programm eine Zeit lang benötigte um die Närrinnen und Narren von den Bänken zu reißen, aber sich ab Mitte der Veranstaltung doch vehement steigerte und abschließend doch Begeisterungsstürme entfachte. 

Aus welchem Grund die hinteren Reihen frei blieben und so die geringere Resonanz demonstrierten, bleibt fraglich. Der KCD - Ball mit seinen engagierten Protagonisten hat einen ausverkauften Bürgertreff verdient. Den Gästen gefiels und ganz besonders jenen Gästen, die nach der Sitzung im Bürgertreff verblieben. Sie feierten bis in die Morgenstunden eine schöne Party.

D.a.-Online im Bilde

siehe auch:

Fotos vom Ball

Fotos vom Seniorenkarneval

Senioren fanden ihre Superstars

 

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 Erstellt am: 04.04.2003 (RC)

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