Mit
meinem Bruder Robby fuhr ich, der Tobi, vom 22.08. bis zum 7.09.2003 nach
Irland in den Urlaub. Zur besseren Erinnerung habe ich jeden Abend kurz
unsere Erlebnisse des Tages niedergeschrieben. Unglaublicherweise trafen
wir hier im Land der Mythen und Legenden gegen Ende unserer Reise eine
Gruppe Jugendleiter / innen aus der St. Severin Gemeinde. Sie hatten exakt
dieselbe Reiseroute wie wir und ihre Erlebnisse glichen den unseren enorm.
Aber lesen Sie doch selbst....
Anfahrt:
Von Zeebrügge aus ging es mit der ersten Fähre nach Hull in England.
Robby war die ganze Überfahrt lang seekrank, so dass ich den nächsten
Tag die 300 km durch Wales nach Holyhead fahren musste. Auf der
Schnellfähre nach Dublin ging es ihm besser. Vielleicht auch, weil er
durch die Helikopter - Rescue - Übung während der Überfahrt abgelenkt
wurde. Abends erreichten wir dann die zweckmäßig eingerichtete
Jugendherberge in Dublin.
1.
Tag Wir entschieden uns zuerst das Umfeld Dublins zu erkunden. So
fuhren wir nach Glendalough, eine der schönstgelegenen Klöster Irlands
aus dem 6. Jahrhundert. Bei der "kleinen" Wanderung durch das
Tal der zwei Seen lief sich Robby prompt die erste Blase. Diese war aber
abends in den Pubs im bekannten Stadtgebiet Temple bar schnell bei
Guinness, Cider, Smithwichs und Whiskey vergessen.
2.
Tag Eine Stadterkundung der irischen Hauptstadt ist wunderschön und
wahnsinnig interessant - aber auch kostspielig! Zu Fuß erreichten wir
problemlos zum Beispiel das Trinity College, die Christ Church und die
Grafton Street. Robbys Blase ist zum Glück weg, aber dafür ist er jetzt
pleite.
3.
Tag Und weiter ging es nach Westen, in die Jungendherberge nach
Ougterard. Beim Zwischenstopp in der alten Klosteranlage Clonmacnoise
besichtigten wir Hochkreuze, Kapellen, Kathedralen und Rundtürme. Robby
maulte nur herum, weil er "kein Bock mehr auf tote Steinberge
hatte". Kulturbanause!
4.
Tag Papa hat Robbys Konto wieder aufgefüllt. So unternahmen wir eine
Besichtigungstour durch Connemara zur Kylemore Abbey. Anschließend
relaxten wir an einem einsamen Sandstrand und planschten im Atlantik.
Robby stellt den vergleich mit Mallorca auf. Ahhhh....
5.
Tag Mit der Fähre ging es nach Inishmore, der größten der Aran
Islands. Hier mieteten wir uns Mountainbikes. Über bergiges Gelände ging
es zu dem höchst interessanten Ringfort Dun Aengus. Robby beschwert sich
über den Muskelkater und den Aufwand für ein paar Steine auf Steinen.
Wir können nicht miteinander verwandt sein.
6.
Tag Galway - das Zentrum der gälischsprechenden Bevölkerung im
Westen des Landes ist wirklich ein schmuckes Städtchen. Robby hat sich an
Vanilleeis überfressen. Wäre es strafbar, wenn ich ihn beim nächsten
Pinkelstopp einfach vergesse?
7.
Tag Auf dem Weg zu unserem letzten Quartier im Südwesten Irlands,
Annascaul auf der Halbinsel Dingle, stoppten wir an den Cliffs of Moher.
200 m ragen diese atemberaubenden Felsen aus dem Meer. Robby wäre fast
herunter gefallen. Ich konnte ihn gerade noch festhalten. Nächstes Jahr
fahre ich ohne in den Urlaub!
8.
Tag Wir erkundeten die Halbinsel Dingle und den gleichnamigen Ort. Am
Inch-Beach war Robby Krebse suchen. Ein besonders großer Krebs fand ihn -
das hatte er auch verdient!
9.
Tag Mit dem Boot machten wir einen Ausflug zu den Skellig Islands. Auf
der 17 Hektar großen und 218m hohen Felseninsel Skellig Michael thront
auf einem Felsgesims ein einsames frühchristliches Kloster. Robby war von
den über 600 unebenen Steinstufen völlig erschöpft. Endlich mal
Ruhe!
10.
Tag Und am 10. Tag sollst du ruhen... so verbrachten wir den Tag mit
Lesen und Gesellschaftsspielen, wie Kupp und Kniffel. Abends gingen wir in
den ortsansässigen Pub. Dort erlebten wir einen richtig tollen Abend am
Kamin mit irischer Live-Musik. Ich habe mir tagsüber noch einen Blick
über unsere Vorräte verschafft. Von den 330 Portionen Puddings sind erst
16 weg. Wer war noch mal für den Einkauf zuständig? Danke Robby!
11.
Tag Der Ring of Kerry ist eine ca. 180 km lange Route um die Halbinsel
Iveragh. Wir bewunderten die mit Fischerdörfern gesprenkelte Landschaft
und erholten uns an einem der vielen kleinen Strände. Robby war abends
immer noch etwas blass um die Nase von dem Geschaukel im Auto. Die
Straßen sind hier nun mal nicht ganz so perfekt wie in Deutschland
ausgebaut.
12.
Tag Die Rundfahrt über die Halbinsel Dingle bietet eine Menge
interessanter Altertümer, wie beispielsweise Gallarus Oratory. Eine
kleine Steinkirche die wie ein umgedrehter Schiffsrumpf aussieht. Robby
hat mehrere Dosen Cider getrunken und den Rest der Tour verschlafen.
Abends haben wir aber dann noch gemütlich zusammen gesessen und über
unsere Erlebnisse und Eindrücke aus diesem Urlaub philosophiert.
13.
Tag Neben Aufräumen, Packen und Putzen sind wir aber zum Abschluss
über den Conor Pass noch mal zum Baden an einen der einsamen Sandstrände
gefahren. Robby meinte, so viel Glück mit dem Wetter in den letzten 2
Wochen hier, fast am Nordpol, wäre schon ziemlich unheimlich. Dummerle!
Abends im Pub genossen wir unser Abschlussbier mit irischer Live-Musik und
gaben den begeisterten Iren das deutsche Volkslied "Kein schöner
Land" zum Besten.
14.
Tag Auf dem Weg zum Hafen nach Rosslare, im Südosten Irlands, fiel
uns ein weiterer roter Bulli mir Soester-Kennzeichen auf. Es waren Ruth
Lohmeier, Ruth Guntermann, Ludger Schulte - Remmert, Benedict Stratmann,
Stefanie Hoffmann, Bernadette Koch, Ingo Conze, Christoph Ahlke und
Kerstin Christ - neun Jugendleiter / innen aus der St. Severin Gemeinde.
Gemeinsam fuhren wir erst mit der Fähre nach Frankreich und dann noch die
950 km Richtung Esbeck, Rixbeck und Dedinghausen. Während der Überfahrt
tauschten wir unsere Erlebnisse und Eindrücke aus und siehe da, sie
hatten exakt dieselbe Reiseroute wie wir gehabt. Sogar ihre täglichen
Ereignisse, Eindrücke und Empfindungen waren den unseren verblüffend
ähnlich. Aber trotz dieser unheimlichen Situation waren sich alle einig:
es war ein wunderschöner und einzigartiger Urlaub!
Tätärätätäääää.....!
Tobi (genannt
Kerstin Christ - Anmerkung der Red.)