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(HWW) Es ist seit langem guter Brauch, dass die
Schützen den dritten Festtag mit einem gemeinsamen Frühstück
beginnen. Reichlich gedeckt fanden die Schützen und die Ehrengäste
den Frühstückstisch im Festzelt vor. Und so war es auch nicht
verwunderlich, dass sie sich reichlich Zeit zum gemütlichen Plausch
bei musikalischer Untermalung ließen, zumal nach dem Frühstück
die ein oder andere Runde Freibier angezapft wurde. |
In diesem Jahr fiel unser Schützenfest zwar wieder in
die Sommerferien der Schulen, aber der Kindergarten war noch nicht in den
Ferien. So wurden die Kinder, wie schon im Vorjahr, mit Musik und
Schützenabordnung in einem Festzug vom Kindergarten abgeholt. Die
Kindergartenkinder hatten am 12.Juli ihr Kinderschützenkönigspaar
ermittelt und
präsentierten es nun dem ganzen Dorf. Für das amtierende Königspaar
Andreas & Maria hatten sie Präsente dabei.
Nun traten alle Schützen gemeinsam an, um unter die
Vogelstange zu ziehen. Für die Kinder waren an exponierter Stelle im
trockenen Vorzelt Stühle reserviert.
Trotz des andauernden Landregens hatten sich wieder
zahlreiche Zuschauer eingefunden, um die letzten Minuten vom "Held
von Reken zur Fukuhle" mitzuerleben.
Das scheidende Königspaar Andreas Müting & Maria
Edler eröffnete das Vogelschießen 2004.
Und dann ging es zügig und heftig zur Sache. Mit dem
13.Schuss holte Achim Stratmann den Apfel, Frank Sprenger schaffte mit dem
16.Schuss die Krone, Stefan Lerche holte mit dem 21. Schuss das Zepter und
mit dem 27.Schuss holte Egbert Vossebürger das Fass herunter.
Dann zeigte der Vogel erste Nehmerqualitäten und die
ernsthaften Königsaspiranten wurden weniger. Nach gut 1 ½ Stunden war
klar, es gab doch eine ganze handvoll Bewerber : Kuno Peter, Guido Plass,
Frederik Seiger, Roman Bochert, Andre Kuhn und Reiner Fromm. Doch nach
fairem Wettbewerb und dem 249. Schuss lacht nur noch einer : Kuno Peter!
Auf der Theke angekommen gibt der neue Schützenkönig
bekannt, dass er seine Frau Carmen zur Königin erwählte. Zum Adjutanten
wählte er Günter Hagenhoff.
Mit den Insignienschützen, dem alten Königspaar und
vielen Gästen feierten Kuno & Carmen den Start in ihr Regentenjahr.
Dass die Schützen und darüber hinaus das ganze Dorf
mit dem Ausgang des Vogelschießens hoch zufrieden waren, zeigte sich
durch die starke Teilnahme am Montagsumzug.
Hier zahlte sich wie im Vorjahr wieder die Verlegung
des Antritttermins auf 17 Uhr und die Ausgabe von zusätzlichen Biermarken
aus.
Nach Ausgabe der Biermarke marschierte eine sehr
stattliche Anzahl wackerer Schützen zu der zwischenzeitlich geschmückten
neuen königlichen Residenz im Gänseland und holten bei nunmehr wieder
sommerlichem Wetter die neuen Regenten ab. Dann brachten die
Schützen das Königspaar und seinen Hofstaat auf direktem Weg zum
Schützenplatz an der Höchte.
Da man dem Wetter doch nicht recht traute, stellten
sich der Hofstaat und die Schützen im Festzelt zum Festakt auf und
lauschten den Worten ihres Obersten.
Bernhard Plaß bedankte sich bei dem scheidenden
Königspaar Andreas Müting und Maria Edler. Sodann wurden den
Insignienschützen ihre Abzeichen überreicht. Nach feierlichen Worten
krönte der Oberst den neuen König Kuno Peter durch Umhängen der
Königskette. Anschließend schritt der nun offiziell eingesetzte
dekorierte König Kuno mit seiner Königin Carmen die Front der
angetretenen Schützen ab.
Mit dem Königstanz endete der offizielle Teil am
Schützenfest-Montag-Nachmittag und der Hofstaat mit Königspaar konnte am
Königstisch Platz nehmen.
Der weitere Nachmittag stand dann im Zeichen der
Aufwartungen durch Nachbarn, Freunde usw..
Auch die Polonäse wurde wegen der regnerischen
Witterung ins Festzelt verlegt. Angeführt von den beiden Königspaaren und dem Oberst mit seiner Gattin wurde es dann doch recht
eng auf den Planken des Zeltes.
Bis zum nächsten Höhepunkt, der
Entthronungszeremonie, wurden die Fahnen weggebracht – vorher mit
zünftigem Stechschritt, so dass die Planken sich bogen und hinterher mit
zünftigem Umtrunk vornehmlich der Jungschützen.
Eine "schwache Minute" des Hofstaats nutzte
die D.a.-Redaktion, um den Königstisch zu besetzen. Einer langjährigen
Gepflogenheit zur Folge können Gruppen sich des Königstisches
bemächtigen, wenn niemand dort anwesend ist. Die Besetzer müssen dann
mit "Süffigem" ausgelöst werden. Der Adjutant unserer
25-jährigen Jubelkönigin kann davon ein Lied singen („Ei, ei, ei die
Bowle ist weg"; siehe Rede des Oberst am Samstag an anderer Stelle
dieser Zeitung).
Zwischenzeitlich füllt sich das Zelt mehr und mehr –
ein sicheres Anzeichen dafür, dass die Entthronungszeremonie bevorsteht.
Wiederum zahlreiche Schaulustige aus den Nachbarorten sehen gegen 22 Uhr
einen Trecker, einen "Lanz Bolldog" ins Zelt rollen.
Die Geschichte des Treckers (übrigens vom Hofstaat
selbst gebastelt und die typischen Bulldog-Geräusche kommen von Band) und
der Bezug zum scheidenden Königspaar ist schnell erzählt und ist
verarbeitet im Hofstaatlied: Andreas war in seiner frühen Jugend ein
leidenschaftlicher Bulldog-Fan. Das ging sogar so weit, dass Andreas sein
eigenes Fahrrad mit Schulte-Remmerts Trecker überfuhr.
Toll verabschiedet vom aktuellen Hofstaat schiebt sich
der Trecker mit Andreas & Maria durch die Massen im Festzelt zur
Theke. Dort gibt es einige letzte Bierchen, und dann ist es vorbei –
für Andreas & Maria, nicht für die zahlreichen Gäste und die neue
Königsgesellschaft. Denn nun geht die Fete im Zelt so richtig los.
Die Schöninger-Band spielt, wie an den beiden Tagen
zuvor, mächtig auf. Die Tanzfläche bebt.
Bis tief in die Nacht – und einige schaffen's bis zum
Vormittag – feiert Dedinghausen das Schützenfest 2004.