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Berichte 2004

25. Juli 2004
 D.a.  2004 - Nr. 357 » ... aktuell * Rückblick
  

Nimbus des besten Schützenfestwetters gebrochen –
Königin und Hofdamen ersetzten Sonnenschein – Orden für verdiente Schützen


(HWW) Als gegen 14 Uhr gut 200 Schützen versammelt waren, gab Hauptmann Anton Vossebürger das Kommando zum Antreten. Es herrschten bei 21°C und Sonnenschein zunächst noch gewohnt schönes Schützenfestwetter. Erster sonntäglicher Festhöhepunkt (so sagen einige Schützen) war das Verteilen der von Geschäftsleuten gesponserten Biermarken an die Schützen. Dann erfolgte der Marschbefehl.

Erster wirklicher Höhepunkt eines jeden Schützenfest-Sonntages ist die Fahnenparade. So zog es auch in diesem Jahr wieder viele Schaulustige zu Schulte-Remmerts Hof.

Eine erstmalige Änderung im Programm sah vor, dass sich an dieser Stelle auch der Vorstand mit Ehrengästen in den Reihen der Schützen einreihte. So aufgerüstet machten sich die Schützen dann auf den Weg zur königlichen Residenz. Vor dem Hause Müting hatten sich sehr viele Schaulustige eingefunden. Galt es doch wieder einmal tolle Frauen in tollen Kleidern zu bewundern.

Nach der Präsentation und dem Vorbeimarsch startete der Schützenzug zum Festzug durch die Gemeinde. Man marschierte über den Kölner Grenzweg, Haslei, Breslauer Straße und dem Erlenbruch, bevor sich an Nünnerichs Ecke die Seniorenkompanie mit der Seniorenfahne einreihte. Eine zweite geplante Änderung im Programmablauf.

Für eine dritte nicht geplante Änderung sorgten dann die immer bedrohlicher näher rückenden Regenwolken. So nahm man nicht am Ehrenmal zur Parade Aufstellung, sondern sah zu, dass man schnell zum Schützenplatz kam. Hier stand noch der offizielle Festakt auf dem Programm. Es galt Ehrungen vorzunehmen und auch die Ehrengäste wollten gehört werden.

Als Hausherr trat Oberst Plaß als erster Redner ans Mikrofon:

"Liebes Königspaar, liebe Schützenbrüder, verehrte Festgäste!

Ich möchte Sie alle im Namen des Vorstandes recht herzlich begrüßen und hier auf dem Festplatz willkommen heißen.

Ein besonderer Gruß gilt unserem bezaubernden Königspaar Andreas Müting und Maria Edler mit ihrem charmanten Hofstaat. Herzlichen Dank für den freundlichen Empfang und die Bewirtung am gestrigen Abend.

Danken möchte ich auch unseren Jubelmajestäten: der 50-jährigen Jubelkönigin Hedwig Kehl und der 25-jährigen Jubelkönigin Marietheres Sprenger. Wir wurden am gestrigen Abend herzlich aufgenommen und durften mit ihnen gemeinsam ihre Jubiläen feiern.

Ein herzlicher Willkommensgruß gilt dem Bürgermeister der Stadt Lippstadt, Herrn Wolfgang Schwade und dem Kreisoberst des Kreisschützenbundes Lippstadt, Herrn Karl-Heinz Benteler.

Wir freuen uns, dass sie unserer Einladung gefolgt sind und wünschen frohe, gesellige Stunden in Dedinghausen.

Der Vorstand des Schützenvereins bedankt sich auch bei allen Inserenten, die es ermöglicht haben, die Sonderseiten in der Tageszeitung zu gestalten.

Allen Biermarkenspendern ein Dankeschön. So konnten wir heute, und werden auch morgen Nachmittag vor dem Antreten, wieder Biermarken an unsere Schützen verteilen.

Die große Beteiligung der Schützenbrüder, die gestern und heute an den Festumzügen teilgenommen haben, um unserem Königspaar und den Jubelmajestäten die Ehre zu erweisen, macht uns stolz.

Bedanken möchte ich mich bei unseren vier Musiken, die unsere Festumzüge festlich und musikalisch gestaltet haben.

In diesem Jahr gilt mein besonderer Dank dem Fanfarenzug DJK Erwitte, die im 5. Jahr hier auf dem Schützenfest in Dedinghausen spielen. Aus Fremden wurden Freunde und wir haben uns schon sehr aneinander gewöhnt. Auch großer Schützengeist ist vorhanden, so habt Ihr zwei Majestäten unter euch, Heike Hense, Königin beim Schützenverein Völlinghausen und Michael Kleine, König des Handwerkerschützenvereins Erwitte. Beiden meinen herzlichen Glückwunsch. Liebe Freunde aus Erwitte, macht weiter so, dann steht einer langfristigen Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.

Was ist ein Schützenfest ohne Festwirt, kein Fest. Wir können heute auf 30 Jahre Festbewirtung durch die Gaststätte „Heidekrug" aus Verlar zurückblicken.

Lieber Hubert, was dein Onkel Stefan Hesse im Jahre 1974 hier in Dedinghausen begonnen hat, hast du in den 90er Jahren übernommen und bis heute zu unserer Zufriedenheit weitergeführt. Unterstützt wirst du dabei von deiner Frau Ingrid. Bei den Verhandlungen zu unseren Festen waren wir zwar nicht immer einer Meinung, aber wir haben dennoch für beide Seiten akzeptable Lösungen gefunden und offen miteinander gesprochen.

Ich hoffe, dass wir dieses so fortsetzen können, dann steht das Tor zur weiteren Zusammenarbeit weit offen. Als Dank möchte ich dich, lieber Hubert, mit dem Vereinsorden des Dedinghäuser Schützenvereins auszeichnen und deiner Frau Ingrid diesen Blumenstrauß überreichen."

Das tat er dann auch, ließ beide "Hochleben" und bat anschließend Bürgermeister W.Schwade um sein Grußwort.

In den Festreden beschwor BM Wolfgang Schwade vornehmlich die gute Dorfgemeinschaft, während sich Kreisoberst Karl-Heinz Benteler dem Schützenwesen widmete.

Kreisoberst Benteler war nicht allein zum Schützenfest in Dedinghausen angereist, Josef Wietfeld, Beisitzer im Kreisvorstand, war mitgekommen. Galt es doch eine ganz besondere Ehrung vorzunehmen, von der im Vorfeld niemand wusste.

Bernhard Plaß, Schützenoberst und Vereinsführer unseres Dorfes, wurde mit der zweithöchsten Auszeichnung des Sauerländischen Schützenbundes, dem Orden für besondere Verdienste, ausgezeichnet. Benteler verwies bei seiner Laudatio auf Verdienste, die Bernhard Plaß von 1991 bis 2000 als stellvertretender Vorsitzender und nunmehr seit vier Jahren als 1.Vorsitzender des Schützenvereins Dedinghausen vorzuweisen hat. Er hoffe, die Auszeichnung sei "ein Ansporn für viele weitere Jahre" im Dienste des Schützenwesens.

Anschließend galt es verdiente Schützen auszuzeichnen. Kreisoberst Benteler ehrte Michael Knieps, Paul Lerche und Peter Arendt mit dem Orden für Verdienste des Sauerländischen Schützenbundes.

Zur Begründung für die Auszeichnungen wurde angeführt ...

... Michael Knieps : Sein fachliches Wissen ist für die Grünflächen der vielen Vereine gefragt - er berät uns nicht nur sondern packt auch selbst mit an - der Baumbestand und der Beschnitt am Schützenplatz und am Ehrenmal trägt seine Handschrift

... Paul Lerche : Er ist schon seit mehreren Jahren Offizier der Traditionsfahne - auf Grund seines Berufes kann er an den Arbeitseinsätzen nicht teilnehmen, sorgt aber für das Flüssige - im neuen Baugebiet „Zum Gänseland" hat er viele neue Mitglieder geworben - und als Dorffriseur sorgt er dafür, dass alle zum Fest gut aussehen.

... Peter Arendt : Er ist schon seit mehreren Jahren Offizier der Traditionsfahne - bei Arbeitseinsätzen immer anwesend, arbeitet sehr korrekt und hat gute Ideen - in seinem Wohngebiet sehr aktiv für das Schützenwesen.

Mit einem "Hoch" auf die geehrten Schützen und dem Königstanz schloss der offizielle Festakt.

Der Schützenfest-Sonntag-Nachmittag ist seit eh und je der Familie, den Kindern und den ruhigen Begegnungen vorbehalten. So bekam der Königstisch sowohl familiären als auch "hohen" Besuch. BM Schwade, Oberst Plaß und Kreisoberst Benteler tranken zunächst mit dem Königspaar Kaffee, bevor sie an der Theke in der "Offiziersecke" einkehrten.

Schade, das für Dedinghausen gewohnt schöne Sommerwetter kam nicht zurück, es regnete den ganzen Sonntagnachmittag bis in den Abend hinein.

Trotzdem waren für die Kinder die Schießbude, der Süßigkeitenstand und das Karussell die Attraktionen des Schützenfest-Sonntag - Nachmittages, bevor dann der eigentliche Höhepunkt kam, der Kindertanz.

Angeführt vom Königspaar (B. r.) hatten gut 150 Kleinkinder ihren Spaß.

Die Schöninger gaben sich mit dem Kindertanz viel Mühe. Und so sah man so manches Strahlen in den Kinderaugen, als man mal mit einer schönen Hofdame oder gar mit der Königin tanzen durfte. Eigentlicher Höhepunkt des Kindertanzes war natürlich das Verteilen der Süßigkeiten und der Frei-

tanz glitt der Schützenfest-Sonntag so langsam in den stimmungsvollen Abend über – die Musikkapellen brachten dem Königstisch Ständchen. Angeführt von ihren Königspaaren machten dann am frühen Abend Abordnungen aus Esbeck, Rixbeck und Hörste ihre Aufwartung. Auf Grund der Witterung fiel die Polonäse aus.

Das Festzelt wurde dann von Fahnen und Jungschützen befreit (letztere bilden die Eskorte beim Fahnenwegbringen, kommen dann nur zu etlichen Runden Bier ins Nebenzelt zurück).

Mit den Gästen aus den Nachbardörfern wurde eine Fete gefeiert, die doch leicht unter dem schlechten Wetter litt.

Nichtsdestotrotz herrschte an den Theken gute Stimmung und natürlich wurden "Könige gemacht" bzw. Gerüchte in die Welt gesetzt.

Und dann war doch irgendwann Schluss. Das Königspaar samt Hofstaat grüßte ein letztes Mal von der Theke und überließ das Zelt den gänzlich Unentwegten.

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 Erstellt am: 12.09.2004 (FC)

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