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(HWW)
Als gegen 14 Uhr gut 200 Schützen versammelt waren, gab Hauptmann
Anton Vossebürger das Kommando zum Antreten. Es herrschten bei
21°C und Sonnenschein zunächst noch gewohnt schönes
Schützenfestwetter. Erster sonntäglicher Festhöhepunkt (so sagen
einige Schützen) war das Verteilen der von Geschäftsleuten
gesponserten Biermarken an die Schützen. Dann erfolgte der
Marschbefehl. |
Erster
wirklicher Höhepunkt eines jeden Schützenfest-Sonntages ist die
Fahnenparade. So zog es auch in diesem Jahr wieder viele Schaulustige zu
Schulte-Remmerts Hof.
Eine
erstmalige Änderung im Programm sah vor, dass sich an dieser Stelle auch
der Vorstand mit Ehrengästen in den Reihen der Schützen einreihte. So
aufgerüstet machten sich die Schützen dann auf den Weg zur königlichen
Residenz. Vor dem Hause Müting hatten sich sehr viele Schaulustige
eingefunden. Galt es doch wieder einmal tolle Frauen in tollen Kleidern zu
bewundern.
Nach
der Präsentation und dem Vorbeimarsch startete der Schützenzug zum
Festzug durch die Gemeinde. Man marschierte über den Kölner Grenzweg,
Haslei, Breslauer Straße und dem Erlenbruch, bevor sich an Nünnerichs
Ecke die Seniorenkompanie mit der Seniorenfahne einreihte. Eine zweite
geplante Änderung im Programmablauf.
Für
eine dritte nicht geplante Änderung sorgten dann die immer bedrohlicher
näher rückenden Regenwolken. So nahm man nicht am Ehrenmal zur Parade
Aufstellung, sondern sah zu, dass man schnell zum Schützenplatz kam. Hier
stand noch der offizielle Festakt auf dem Programm. Es galt Ehrungen
vorzunehmen und auch die Ehrengäste wollten gehört werden.
Als
Hausherr trat Oberst Plaß als erster Redner ans Mikrofon:
"Liebes
Königspaar, liebe Schützenbrüder, verehrte Festgäste!
Ich
möchte Sie alle im Namen des Vorstandes recht herzlich begrüßen und
hier auf dem Festplatz willkommen heißen.
Ein
besonderer Gruß gilt unserem bezaubernden Königspaar Andreas Müting und
Maria Edler mit ihrem charmanten Hofstaat. Herzlichen Dank für den
freundlichen Empfang und die Bewirtung am gestrigen Abend.
Danken
möchte ich auch unseren Jubelmajestäten: der 50-jährigen Jubelkönigin
Hedwig Kehl und der 25-jährigen Jubelkönigin Marietheres Sprenger. Wir
wurden am gestrigen Abend herzlich aufgenommen und durften mit ihnen
gemeinsam ihre Jubiläen feiern.
Ein
herzlicher Willkommensgruß gilt dem Bürgermeister der Stadt Lippstadt,
Herrn Wolfgang Schwade und dem Kreisoberst des Kreisschützenbundes
Lippstadt, Herrn Karl-Heinz Benteler.
Wir
freuen uns, dass sie unserer Einladung gefolgt sind und wünschen frohe,
gesellige Stunden in Dedinghausen.
Der
Vorstand des Schützenvereins bedankt sich auch bei allen Inserenten, die
es ermöglicht haben, die Sonderseiten in der Tageszeitung zu gestalten.
Allen
Biermarkenspendern ein Dankeschön. So konnten wir heute, und werden auch
morgen Nachmittag vor dem Antreten, wieder Biermarken an unsere Schützen
verteilen.
Die
große Beteiligung der Schützenbrüder, die gestern und heute an den
Festumzügen teilgenommen haben, um unserem Königspaar und den
Jubelmajestäten die Ehre zu erweisen, macht uns stolz.
Bedanken
möchte ich mich bei unseren vier Musiken, die unsere Festumzüge festlich
und musikalisch gestaltet haben.
In
diesem Jahr gilt mein besonderer Dank dem Fanfarenzug DJK Erwitte, die im
5. Jahr hier auf dem Schützenfest in Dedinghausen spielen. Aus Fremden
wurden Freunde und wir haben uns schon sehr aneinander gewöhnt. Auch
großer Schützengeist ist vorhanden, so habt Ihr zwei Majestäten unter
euch, Heike Hense, Königin beim Schützenverein Völlinghausen und
Michael Kleine, König des Handwerkerschützenvereins Erwitte. Beiden
meinen herzlichen Glückwunsch. Liebe Freunde aus Erwitte, macht weiter
so, dann steht einer langfristigen Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.
Was ist
ein Schützenfest ohne Festwirt, kein Fest. Wir können heute auf 30 Jahre
Festbewirtung durch die Gaststätte „Heidekrug" aus Verlar
zurückblicken.
Lieber
Hubert, was dein Onkel Stefan Hesse im Jahre 1974 hier in Dedinghausen
begonnen hat, hast du in den 90er Jahren übernommen und bis heute zu
unserer Zufriedenheit weitergeführt. Unterstützt wirst du dabei von
deiner Frau Ingrid. Bei den Verhandlungen zu unseren Festen waren wir zwar
nicht immer einer Meinung, aber wir haben dennoch für beide Seiten
akzeptable Lösungen gefunden und offen miteinander gesprochen.
Ich
hoffe, dass wir dieses so fortsetzen können, dann steht das Tor zur
weiteren Zusammenarbeit weit offen. Als Dank möchte ich dich, lieber
Hubert, mit dem Vereinsorden des Dedinghäuser Schützenvereins
auszeichnen und deiner Frau Ingrid diesen Blumenstrauß
überreichen."
Das tat
er dann auch, ließ beide "Hochleben" und bat anschließend
Bürgermeister W.Schwade um sein Grußwort.
In den
Festreden beschwor BM Wolfgang Schwade vornehmlich die gute
Dorfgemeinschaft, während sich Kreisoberst Karl-Heinz Benteler dem
Schützenwesen widmete.
Kreisoberst
Benteler war nicht allein zum Schützenfest in Dedinghausen angereist,
Josef Wietfeld, Beisitzer im Kreisvorstand, war mitgekommen. Galt es doch
eine ganz besondere Ehrung vorzunehmen, von der im Vorfeld niemand wusste.
Bernhard
Plaß, Schützenoberst und Vereinsführer unseres Dorfes, wurde mit der
zweithöchsten Auszeichnung des Sauerländischen Schützenbundes, dem
Orden für besondere Verdienste, ausgezeichnet. Benteler verwies bei
seiner Laudatio auf Verdienste, die Bernhard Plaß von 1991 bis 2000 als
stellvertretender Vorsitzender und nunmehr seit vier Jahren als
1.Vorsitzender des Schützenvereins Dedinghausen vorzuweisen hat. Er
hoffe, die Auszeichnung sei "ein Ansporn für viele weitere
Jahre" im Dienste des Schützenwesens.
Anschließend
galt es verdiente Schützen auszuzeichnen. Kreisoberst Benteler ehrte
Michael Knieps, Paul Lerche und Peter Arendt mit dem Orden für Verdienste
des Sauerländischen Schützenbundes.
Zur
Begründung für die Auszeichnungen wurde angeführt ...
...
Michael Knieps : Sein fachliches Wissen ist für die Grünflächen der
vielen Vereine gefragt - er berät uns nicht nur sondern packt auch selbst
mit an - der Baumbestand und der Beschnitt am Schützenplatz und am
Ehrenmal trägt seine Handschrift
...
Paul Lerche : Er ist schon seit mehreren Jahren Offizier der
Traditionsfahne - auf Grund seines Berufes kann er an den
Arbeitseinsätzen nicht teilnehmen, sorgt aber für das Flüssige - im
neuen Baugebiet „Zum Gänseland" hat er viele neue Mitglieder
geworben - und als Dorffriseur sorgt er dafür, dass alle zum Fest gut
aussehen.
...
Peter Arendt : Er ist schon seit mehreren Jahren Offizier der
Traditionsfahne - bei Arbeitseinsätzen immer anwesend, arbeitet sehr
korrekt und hat gute Ideen - in seinem Wohngebiet sehr aktiv für das
Schützenwesen.
Mit einem
"Hoch" auf die geehrten Schützen und dem Königstanz schloss
der offizielle Festakt.
Der
Schützenfest-Sonntag-Nachmittag ist seit eh und je der Familie, den
Kindern und den ruhigen Begegnungen vorbehalten. So bekam der Königstisch
sowohl familiären als auch "hohen" Besuch. BM Schwade, Oberst
Plaß und Kreisoberst Benteler tranken zunächst mit dem Königspaar
Kaffee, bevor sie an der Theke in der "Offiziersecke"
einkehrten.
Schade,
das für Dedinghausen gewohnt schöne Sommerwetter kam nicht zurück, es
regnete den ganzen Sonntagnachmittag bis in den Abend hinein.
Trotzdem
waren für die Kinder die Schießbude, der Süßigkeitenstand und das
Karussell die Attraktionen des Schützenfest-Sonntag - Nachmittages, bevor
dann der eigentliche Höhepunkt kam, der Kindertanz.
Angeführt
vom Königspaar (B. r.) hatten gut 150 Kleinkinder ihren Spaß.
Die
Schöninger gaben sich mit dem Kindertanz viel Mühe. Und so sah man so
manches Strahlen in den Kinderaugen, als man mal mit einer schönen
Hofdame oder gar mit der Königin tanzen durfte. Eigentlicher Höhepunkt
des Kindertanzes war natürlich das Verteilen der Süßigkeiten und der
Frei-
tanz
glitt der Schützenfest-Sonntag so langsam in den stimmungsvollen Abend
über – die Musikkapellen brachten dem Königstisch Ständchen.
Angeführt von ihren Königspaaren machten dann am frühen Abend
Abordnungen aus Esbeck, Rixbeck und Hörste ihre Aufwartung. Auf Grund der
Witterung fiel die Polonäse aus.
Das
Festzelt wurde dann von Fahnen und Jungschützen befreit (letztere bilden
die Eskorte beim Fahnenwegbringen, kommen dann nur zu etlichen Runden Bier
ins Nebenzelt zurück).
Mit den
Gästen aus den Nachbardörfern wurde eine Fete gefeiert, die doch leicht
unter dem schlechten Wetter litt.
Nichtsdestotrotz
herrschte an den Theken gute Stimmung und natürlich wurden "Könige
gemacht" bzw. Gerüchte in die Welt gesetzt.
Und
dann war doch irgendwann Schluss. Das Königspaar samt Hofstaat grüßte
ein letztes Mal von der Theke und überließ das Zelt den gänzlich
Unentwegten.