(DG/AF) Am Tag der Deutschen Einheit konnte der OV Josef Stratmann vor der Gastwirtschaft Kehl rund einhundert Mitbürger/innen, darunter auch viele Kinder und Jugendliche, zum diesjährigen Schnadgang begrüßen.
Nach der kurzen Begrüßung der Schnadgänger/innen sowie des Königspaares setzte sich der Tross über den Kölner Grenzweg in Richtung Dorfgrenze zur Gemeinde Hörste in Bewegung.
Am Grenzstein angekommen, wurden die Schnadgänger/innen von den Helfern des Bürgerrings mit Getränken versorgt und das Königpaar nach alter Tradition - dem sog. "Poläsen" - mit dem Hintern auf dem Grenzstein abgesetzt. Dabei hatten die beiden Helfer E. Walter und J. Hendel mit dem König Kuno Peter ein - wie unsere Bilder oben rechts zeigen - sichtlich gewichtiges Los zu tragen. König Kuno machte sodann während des Poläsens durch den lautstarken Ausruf "Alles use" zweifelsfrei klar, dass er sein Amt und die Dorfverteidigung durchaus ernst nimmt. Nach der Stärkung setzte der Tross ohne einige Frauen und Kinder seinen Weg über weite Felder, reißende Flüsse, tiefe Schluchten und eine Vielzahl von fast unüberwindbaren Zäunen fort, um sich an der Grenze zur Gemeinde Esbeck erneut zu stärken. Klar ist auch, dass dort angekommen "ebenso traditionell" der ein oder andere, mehr oder weniger liebevoll gemeinte Spruch der Schnadgänger nicht fehlen durfte.
Die Kinder in Begleitung ihrer Eltern nahmen indes an einem von der Gruppe "Junge Familien" der Kolpingfamilie im Rahmen des Schnadgangs veranstalteten Suchspiel teil. So hatten die Kleinen verschiedene Aufgaben zu "erledigen". Verschiedene Dinge sollten gesucht werden, ein grünes Blatt, ein braunes Blatt, ein buntes Blatt, ein Stück Holz oder eine Feder. Im Wald im Tiwitt machten sich die "Nachwuchsförster" auf die Suche nach Dingen, die nicht in den Wald gehören (z.B. eine Kartoffel, ein Fahrradschlauch). Die Kinder mussten zuerst danach suchen und dann sagen, was sie gefunden hatten. Da die Suche sehr erfolgreich war, gab es für alle Kinder eine Tüte mit Süßigkeiten. Mit dem Teufelsgeigerwagen machten sich dann Kinder und Eltern gemeinsam zum Bürgertreff auf.
Entlang der Dorfgrenze marschierten die Schnadgänger/innen in Richtung Dedinghausen, dabei wurde die dürstende Truppe seitens des Bürgerrings noch zweimal mit Getränken versorgt, bis gegen 13:00 Uhr der Bürgertreff erreicht war.
Im Bürgertreff angekommen, wurde der Hunger der Schnadgänger/innen zunächst mit einer deftigen Erbsensuppe gestillt, bevor die Gewinner des Luftballinwettbewerbes ihre Preise erhielten. Untermalt von den Klängen der Deutschen Nationalhymne wurde im Anschluss an die Siegerehrung noch dem Tag der Deutschen Einheit gedacht, bevor der Tag nach abschließenden Worten des OV´s gegen 17:00 Uhr langsam ausklang.
Zusammenfassend ist festhalten, dass das, was unsere Dorfgemeinschaft ausmacht, eben die vielfältigen Veranstaltungen wie z.B. der Schnadgang sind, bei denen sich Jung und Alt treffen, gemeinsam etwas unternehmen und die dörflichen Traditionen gepflegt werden können. Der Bürgerring und der Bürgertreff spielen hierbei - sicherlich wie alle anderen Vereinen im Dorf auch - eine unumstritten zentrale Rolle, darum sollten alle im Dorf den Bürgerring beim Erhalt des Bürgertreffs tatkräftig unterstützen. Denn der Erlös für die in Serviettentechnik bemalten Dachpfannen, welche zum Abschluss der Veranstaltung verkauft wurden, reicht bei weitem nicht aus, um den Bürgertreff auf Dauer für die Dorfgemeinschaft zu erhalten.
Demzufolge ist der Blick der Verantwortlichen für den Bürgertreff zwar zuversichtlich vorausschauend aber nicht unbedingt sorglis und unbekümmert, so werden doch die Zuschüsse zu den laufenden Kosten des Bürgertreffs seitens der Stadt Lippstadt um 25 % gekürzt und sind nunmehr vom Bürgerring zu tragen.