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Berichte 2004
 D.a. 2004 - Nr. 360 » ... aktuell * Rückblick
  


Hollywood en Miniature
KCD- Sessions- Auftakt großartiger Erfolg

(DG) Vor dem Erfolg kam der Schock. Nach dem Einspruch eines Anwohners zog das Ordnungsamt die Genehmigung für den kurzfristig zurück. Mit ihrem Einspruch dürften diese Nachbarn ihren Freundeskreis im Dorf nicht erweitert haben. Mir fällt dazu ein altes Sprichwort ein: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Oder: Schlafende Hunde sollten nicht geweckt werden. Bei einem Gespräch zwischen den Beteiligten wäre wohl ein für alle Seiten akzeptabler Kompromiss möglich gewesen.

Auf Schautafeln im Foyer des BT konnten die Jubiläumsgäste Bilder aus der 25-jährigen Geschichte des KCD betrachten. Es war ein gewaltiger Kraftakt seitens des KCD nötig, um die Feier kurzfristig in den Bürgertreff zu verlegen. Aber unter der bewährten Regie von Bernhard "Steven" (Spielberg) Schäfers schaffte der KCD das bravourös. Und auch die anfangs auftretenden Probleme mit der Elektrik wurden mit Hilfe der Feuerwehr und eines Generators gelöst. Am 12.11. ab 17 Uhr strömten dann die Narren erwartungsvoll in den Bürgertreff. Die Minis der Tanzgarde, die eigentlich schon junge Damen sind, eröffneten mit ihrem Gardetanz den Abend. Danach stellten der 1. und 2. Vorsitzende die Mitglieder des Elferrates vor. Bis zum Schluss waren die Namen geheim. Bis gegen 19 Uhr waren die Vertreter aller Dedinghauser Vereine und die eingeladenen Gastvereine eingetroffen. Der Saal war voll und alle bewunderten das festliche Ambiente. Ein Hauch von Hollywood lag in der Luft. Um kurz nach 19 Uhr dann der von vielen erwartete Höhepunkt des Abends: Eine Reihe chromblitzender, glänzender Oldtimer fuhr vor dem Bürgertreff am roten Teppich vor. Ihnen entstiegen die Ehrengäste des Festes. Angeführt von den Gründungsmitgliedern, den Alterspräsidenten sowie den Ehren- Doktoren bis hin zur politischen Prominenz. Und last but not least als besonderer Ehrengast und Hauptredner des Abends der Bürgermeister der Stadt Lippstadt, Herr Wolfgang Schwade.

Sie alle wurden begleitet von den charmanten Empfangsdamen des KCD und gut abgeschirmt durch die Bodygards vorbei an kreischenden, fotografierenden und um Autogramme bettelnden, dicht gedrängt stehenden, schon stundenlang in der Kälte wartenden Fans in den Saal geleitet, wo sie von den Gästen mit Ovationen begrüßt wurden. Auf dem langen Weg über den Teppich ist manchem Ehrengast die Hand schwer geworden vom Autogramm schreiben, bzw. die Autogramm-Karten ausgegangen.

Der KCD- Präsident Bernhard Schäfers und sein Vize Sebastian Schulte ließen die vergangenen 25 Jahre Revue passieren. Eine noch junge Geschichte in einem jungen Verein, der aber aus dem Dorfleben nicht mehr weg zu denken ist. Dedinghausen und der KCD entzündeten das närrische Licht in der Karnevallistischen Diaspora Lippstadt.

Grußworte des OV:

"Heut zu deinem Wiegenfest wünsch ich dir das Allerbeste" Dieser Vers wird dann geleiert, wenn irgendwer Geburtstag feiert. Ich will es nun mal anders wagen, um meinen Glückwunsch vorzutragen. Drum sag ich einfach: Liebe Gäst", ich grüße Euch zum Narrenfest. Der Präsident des KCD hat eingeladen, wie ich seh". Und alle woll"n - ob groß, ob klein, beim Jubiläum hier auch sein. Was dieses Fest für Euch bedeutet, das sieht man, wir Ihr"s vorbereitet. Für Euren Einsatz, Euren Mut zieh ich ganz ehrfürchtig den Hut. Für all die Mühen, all die Plag, da sei Euch herzlich Dank gesagt. Im Oldtimer hier vorzufahren, das kann man wahrlich auch nicht ahnen. Ganz ehrlich ich da sagen muss, das war ein wirklicher Genuss. Doch lieber Bernhard, guter Mann, höre meine Worte an: Ihr seid im Reigen der Vereine, der lustigste wohl, wie ich meine. Erfreut mit Witz und mit Humor die Narrenleute wie zuvor. Ihr habt in der Vergangenheit den Menschen so viel Freud bereit". Du Bernhard, lieber Obernarr, hast fest im Griff die tolle Schar. Regierst vom Präsidenten Thron - Der Dank des Volkes ist Dein Lohn. Und unser Ort ohn" KCD - Ich denk: das tät gar vielen weh. Wer würd die Leut" zum Lachen bringen? Wer würd" gemeinsam so viel singen? Wer könnte so humorvoll sagen, was hier und da liegt so im Argen? Wer könnt sich selbst zum Narren machen und dabei herzhaft auch noch lachen? Das seid Ihr Leut" vom KCD, der - wenn ich es denn richtig seh" - sich einstimmt auf die Faschingszeit, die tolle fünfte Jahreszeit. Drum lieber Bernhard, guter Mann nimm diesen Rat von mir noch an: Bleibt weiterhin die lust"ge Schar, wie es in all den Jahren war. Und für die Zukunft wünsche ich für unsern Ort, für Dich und mich, dass Euer Frohsinn, Euer Lachen noch viele Menschen glücklich machen. So gratulier" ich herzlich sehr - wünsch alles Gute und viel mehr. Auch die Vereine hier im Ort die stimmen ein in dieses Wort. Sie alle wünschen Euch viel Glück, schaut nur noch vorn und nicht zurück. Sie wünschen zum Geburtstagsfest dem KCD das Allerbest. Und nun zum Schluss weiß ich genau: Dass man hier schließt nur mit "Helau".

Nachdem alle Dedinghauser- und alle Gastvereine sowie auch die örtliche Politprominenz ihre Grußbotschaften überbracht und ihre zumeist "flachen" Geschenke überreicht hatten, ergriff der Bürgermeister das Wort. Und siehe da, der Mann macht nicht nur als Bürgermeister einen guten Job, sondern auch in der Bütt ist er durchaus zu gebrauchen. Dass er das Dorfgeschehen aufmerksam verfolgt, zeigt die Tatsache, dass er unserem armen Ortsvorsteher Josef als Ersatz für seine im Einsatz für Dedinghausen durchgelatschten Wanderschuhe ein paar Gummistiefel mitgebracht hatte. Die neuen Wanderschuhe hatte ihm schon früher am Abend das Redaktions- Faktotum Urmel überreicht.

Nicht nur die Rede des Bürgermeisters war hörenswert, auch unser OV gab wieder sinnig-gereimtes zum Besten. In die lange Liste der vielen gratulierenden Prinzen und Präsidenten reihte sich auch RM Jan Walter Hammer ein. Er beglückwünschte den KCD zum 25-jährigen Bestehen und outete sich dabei als Fan und Schüler des Dorfknechtes. Dieser sei es gewesen, der ihm beigebracht hätte wie man den Tierbestand durch die Bücherlaufen ließ. Allerdings hatte er es wohl sehr wörtlich genommen, denn das Finanzamt hätte die Bücher nach Sauenquerung nicht mehr lesen können.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Wettstreit der Tanzgarden aus Soest, Scharmede und Dedinghausen, die sich mit ihren Show- Tänzen der Jury stellten. Es gewann die Truppe aus Scharmede. Bei guter Musik, die zum Tanzen verleitete, wurde es an den Tischen und vor der Theke wieder eine dieser langen Nächte von Dedinghausen. Einig waren sich Einheimische und Gäste, dass der KCD ein Super- Fest auf die Beine gestellt hat- mehr als nur ein Hauch von Hollywood.

Sebastian Schulte Vizepräsident des KCD hielt die Festrede.

Festrede zum 25. Bestehen des KCD

"Ich habe die ehrenvolle Aufgabe, mit Ihnen heute Abend eine kleine Zeitreise zu unternehmen, von den Wurzeln des KCD bis zu dem Anlass, der uns hier und heute zusammengeführt hat. An den Anfang unserer kleinen Reise möchte ich aber ein Zitat aus dem Grußwort unseres Präsidenten setzen: "In jeder Geschichte kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Protagonisten der Geschichte das Vergangene Revue passieren lassen. An dem sie sich fragen, wie alles begann, wie es sich dann entwickelt hat und wie weit man gekommen ist." Da ist auch die Rede von einem Resümee aus 25 Jahren gelebtem Vereinsleben und vom Spaß am Karneval. Diese Geschichte, dieses Vereinsleben und diesen Spaß möchte ich Ihnen heute Abend ein Stück näher bringen. Schließlich will man ja auch wissen, warum man sich so eine Nacht um die Ohren schlägt und ausgelassen feiert.

Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 1979.

Eintrag ins Logbuch des KCD. Heute ist der 25. Februar.

Zwei wildentschlissene Besatzungsmitglieder haben die Gründung einer Organisation namens KCD ins Auge gefasst. Mit unglaublicher Vehemenz ziehen sie alle in ihren Bann, die das Bordrestaurant Kehl betreten.

Anscheinend haben sich die beiden auf Schutz - Bier - Erpressung spezialisiert.

Jeder Neuankömmling muss eine Runde geben.

Schnell haben sich 11 wohlgesonnene Mitstreiter gefunden. Man nennt sich schon Verein. Die Situation wird als närrisch eingestuft. Kurz-Eintrag, 26. Februar. Die Zahl der Anhänger ist binnen 24 Stunden auf unglaubliche 24 Mitglieder gestiegen. Die Situation bleibt weiter unter stiller Beobachtung. Doch dann! Am 11.11.1979 passiert Unglaubliches. Eine erste Generalversammlung wird abgehalten, der Verein gibt sich eine ordentliche schriftliche Satzung. Zu diesem Zeitpunkt zählt der KCD schon stolze 49 Mitglieder und hat ein unglaubliches Vermögen von 66,38 DM angehäuft. Öffentliche Termine sind geplant. Wenn auch noch mit einfachsten Mitteln, so werden doch am 14.02.1980 die erste Veranstaltung und nur zwei Tage später ein Karnevalsball gefeiert. Mit nur 13 Protagonisten wird ein abendfüllendes Programm auf die Beine gestellt. Der Verein hat seinen festen Platz im Dorfleben eingenommen. Nach einigen Wechseln in der Führungsebene nimmt 1983 unter anderem der heute amtierende 1. Präsident Bernhard Schäfers einen Platz in der Führungsriege ein. Mit viel Spaß und auch einem gesunden Maß an Ehrgeiz und Professionalität wächst die Zahl der Mitglieder und Akteure von Jahr zu Jahr. Nicht umsonst wird Dedinghausen als Karnevalshochburg bezeichnet. Dabei spielt sich wahrhaft Atemberaubendes auf der Bühne des Karneval Club Dedinghausen ab. Als eine der ersten nutzen sie einmotorige Propellermaschinen für die fliegende Berichterstattung aus den Lüften über Dedinghausen. Aktuelle Nachrichten und Geschichten aus dem Dorf, gepaart mit viel Einfallsreichtum, Witz und unglaublichem Engagement, werden von den dorfeigenen Akteuren auf der Bühne vorgeführt. Das Programm begeistert Session für Session die Zuschauer und zieht sie in ihren Bann. Aber auch die ganz Großen des Showbiz geben sich beim KCD die Klinke in die Hand. Elvis, Mary und Gordy, die Comedians von RTL - Samstag Nacht, Brisco Schneider alias Bastian Pastevka, Die Superstars mit Dieter Bohlen, Drei weiße Tauben. Kaum ein Star, der nicht in diesen heiligen Hallen zu Gast war. Stetiges Wachstum bringen den KCD auf dato über zweihundert Mitglieder, 21 Doktoren, 286 besetzte Stellen im Elferrat und nicht zu vergessen die zahlreichen Helfer, die eine den Anforderungen entsprechende, professionelle Bühnen-, Sound-, Licht- und Videotechnik für die Veranstaltungen aufbauen. Ganz zu schweigen von dem jedes Jahr handgemalten, mit Anekdoten gespickten Bühnenbild. Mit zwei erwachsenen Veranstaltungen, dem Seniorenkarneval und der Prunksitzung, bei denen regelmäßig über neunzig dorfeigene Akteure auf der Bühne stehen und ein 3 ½ -stündiges Programm einem begeisterten Publikum präsentieren und dem Kinderkarneval, bei dem über 400 Kinder von über 100 Kindern unterhalten werden, leistet der KCD seinen Beitrag zum bemerkenswerten Dedinghauser Dorfleben. Der Vorstand des KCD kann dieses Jahr gemeinsam mit allen Dorfbewohnern, Mitgliedern und Akteuren auf eine 25-jährige Vereinsgeschichte zurückschauen. 25 Jahre KCD, meine Damen und Herren, und davon 21 Jahre unter der Leitung unseres ersten Vorsitzenden, Bernhard Schäfers, verlangt äußerstes Lob und Anerkennung, die ich hier im Namen des gesamten Vereins zum Ausdruck bringen möchte. Bernhard Schäfers hat viele Stunden seines Lebens und somit auch die seiner Familie für den Verein geopfert. Seine Motivation und sein Einsatz für den KCD, auch über die Session hinaus, zeichnen ihn als waschechten Karnevalisten aus. 25 Jahre stetiges Wachstum und ein gelebtes Vereinsleben sind Dinge, die er sich ganz groß auf seine Fahne schreiben darf. Dafür spreche ich dir, Bernhard, im Namen aller unser herzlichstes Dankeschön aus. Beenden möchte ich an dieser Stelle unsere kleine Zeitreise mit einem Zitat auch dem Grußwort unseres Präsidenten entnommen: "Was aber allen gemeinsam ist, ist der Spaß an der Sache. Ob Gründungsmitglied, Vorstand, Akteur, Helfer, Dorfbewohner oder Besucher, alle verbindet der Spaß am Karneval. Der Funke springt über. Und das ist es, was den Karneval in Dedinghausen auszeichnet und was ihn so besonders macht. Darum möchte ich Sie einladen, mit uns im Vergangenen zu schwelgen, den Moment zu genießen und den Festakt anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des KCD zu etwas ganz Besonderem zu machen... ...einem Hauch von Hollywood."

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 Erstellt am: 17.12.2004 (FC)

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