(GW) Es muss für Pastor Ulrich Möller ein
erfüllter Anblick gewesen sein: Während der Familienmesse, die anlässlich
der 125-jährigen Kirchweihe am 31.Oktober gefeiert wurde, platzte die St.
Severinus-Kirche buchstäblich aus allen Nähten. Ob auf der Orgelbühne,
hinten im Turm, in den Seitengängen oder in den Bänken, überall drängten
sich die Menschen, um gemeinsam den Festtag zu feiern.
In seiner Begrüßung machte Pastor Möller deutlich, dass heute wie früher die Kirche für die Menschen mit ihren Nöten, Ängsten und Sorgen da sei. Dazu sei aber weder eine Kathedrale noch ein Dom erforderlich, hierfür reiche die Esbecker Kirche aus. Sein Wunsch, dass eine Kirche nicht nur ein Bau aus Stein sein solle, sondern die Menschen eine lebendige Gemeinde bleiben sollen, erfüllte sich schon nach dem Gottesdienst, denn kaum einer ging nach Hause. Schnell füllten sich Festzelt und Pfarrheim, da Wildgulasch oder Grünkohleintopf zum Mittagessen lockten. Ein anschließendes reichhaltiges Kuchenbuffet lud ebenfalls zum Bleiben ein.
Während die Erwachsenen sich bei den kulinarischen Genüssen aufhielten, war für die Kinder ein buntes Programm vorbereitet. Hierfür hatten sich die Mitglieder/ Innen der verschiedenen Messdienergruppen zur Verfügung gestellt. In einer besonderen Kirchenführung ließen die "Himmelsstürmer" die Kirchengeister lebendig werden. Sie erzählten aus ihrem Geisterleben der letzten 125 Jahre. Besonders haben sie sich in dieser Zeit über den Einbau einer Zentralheizung gefreut, da es besonders im Turm feucht und kalt geworden war. Kritik gab es von ihnen allerdings über das viel zu frühe Läuten der Glocken, das sie immer wieder aus ihrem Schlaf riss, während für den Pastor mit Lob nicht gespart wurde. Schließlich hat er sich in ihr Geisterleben nicht eingemischt. Auch an anderen Stellen auf dem Festgelände war es unheimlich. Die Gruppe "Engelchen" hatte ein Spontantheater um den Grafen Dracula einstudiert, die "Krümelmonster" erschreckten die Gäste im Geisterhaus.
Wer es allerdings ohne Angst wollte, hatte im Spielzelt der Kolpingjugend beim Dosenwerfen, am Glücksrad und an der Mohrenkopfschleuder oder bei der Mitmachmusik mit der Familie Horn dazu Gelegenheit. Der Erlös des Festtages ist bestimmt für die Jugendarbeit in der Gemeinde.