(HWW) Die Diskussionen um die Umwidmung des Truppenübungsplatzes "Schießstand Haus Lämmerbach" zu einem Motocrossgelände gehen weiter. Anlass war nebenstehend wiedergegebener Beschluss des Geseker Bau-, Planungs- und Umweltausschusses vom 26.8.04. Mit Datum vom 7.10.04 hatte die BG-Ratsfraktion Lippstadts BM Schwade in einem Brief um Klärung in dieser Sache gebeten. In der letzten D.a.-Ausgabe konnten wir über eine Unterschriftenaktion gegen die Maßnahme berichten. In dieser Ausgabe befindet sich eine Stellungnahme der Lippstädter Ratsfraktion der Grünen. Mit Datum vom 22.11.04 erreichte uns eine Pressemitteilung des MdL Werner Lohn, die wir im folgenden nachdrucken:
"Lippstadt/Geseke. Bekanntlich verfolgt der Motocrossclub-Geseke Absichten, seinen Trainingsplatz vom Standort aus der freien Feldflur nördlich von Eringerfeld auf den stillgelegten Bundeswehrschießstand zwischen den Ortschaften Dedinghausen und Ehringhausen zu verlegen. Die Ortsvorsteherin von Ehringhausen, Susanne Schulte-Döinghaus, hatte sich sofort nach Bekanntwerden der Pläne gegen die Verlagerung des Trainingsgeländes ausgesprochen. Sie befürchtet - genau wie besorgte Bürgerinnen und Bürger, die bereits Unterschriften gesammelt haben, "Lärm- und Staubbelästigungen in erheblichem Ausmaß" für ihren Ortsteil und die Nachbarorte.
Gemeinsam mit den Ortsvorstehern von Dedinghausen (Josef Stratmann), Hörste (Paul Holthöfer), Mönninghausen (Josef Gillejohann) traf Schulte-Döinghaus sich jetzt mit den CDU-Ratsmitgliedern Jan Walter Hammer und Mechtild Niggemeier vor Ort, um die Situation mit MdL Werner Lohn(CDU) zu erörtern. "Es sind nicht nur die Nachbarorte, die von einem Motocrossplatz an dieser Stelle beeinträchtigt würden, sondern der gesamte dortige Waldbereich würde auch seine Funktion als Naherholungsgebiet verlieren. Deshalb soll das Vorhaben nicht weiter verfolgt werden.", fasst MdL Lohn die ihm vorgetragenen Argumente zusammen. Der aktive Geseker Motocross-Club mit seinen fast 500 Mitgliedern muss nach Meinung der CDU-Vertreter "am jetzigen Standort in Eringerfeld unterstützt werden, falls es dort zu Problemen kommen sollte". Sie wollen sich dafür einsetzen, dass der Geseker Flächennutzungsplan nicht geändert werden soll und das bereits eingeleitete Änderungsverfahren für die "alte Standortschießanlage" gestoppt wird. Ein entsprechender gemeinsamer Antrag aller beteiligten Ortsvorsteher und Ratsmitglieder aus Geseke und Lippstadt wurde bereits für die kommende Bauausschuss-Sitzung in Geseke eingereicht. Für die Zukunft des Schießstandgeländes könne man sich vorstellen, dass der ca. 50000 qm große Bereich eventuell im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Lippstadt und Geseke überplant werden soll. "Eine nicht störende Nutzung im Bereich Freizeitgestaltung/Naherholung" wird als wünschenswert angesehen. Die Machbarkeit soll alsbald überprüft werden."
Der Niederschrift der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses der Stadt Geseke vom 26.08.2004 ist unter TOP 5. folgendes zu entnehmen:
"67. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Geseke
- Umwandlung des Truppenübungsplatzes "Schießstand Haus Lämmerbach"
- Ausweisung einer SO-Fläche
- Bürger- und Trägerbeteiligung - Drs.-Nr.: 457/60/04
Bauamtsleiter Heinrich erläuterte die Absicht des Automobil- und Motorradclubs Geseke (AMC), auf dem Gelände des ehem. Bundeswehrschießplatzes zwischen Ehringhausen und Dedinghausen, einen Motocrossplatz zu errichten. Hierzu sei die Ausweisung einer SO-Fläche erforderlich. Ratsmitglied Kleine wies darauf hin, dass man vom AMC eine verbindliche Aussage bekommen müsse, wonach der alte Motocrossplatz an der Rüthener Straße anschließend aufgegeben wird. Dies könne man ggf. durch einen städtebaulichen Vertrag entsprechend regeln. Ratsmitglied Schulte- Döinghaus verwies auf die Nähe des betroffenen Geländes zum Ortsteil Ehringhausen. Bei einer Entfernung von 700 m bis 800 m Luftlinie zu Ehringhausen müssen Lärm- und Staubbelästigungen durch das geplante Motocrossgelände ausgeschlissen werden können. Herr Heinrich führte hierzu aus, dass die Lärmschutzsituation im Rahmen eines Gutachtens untersucht werden muss.
Anschließend fasste der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss die nachfolgenden Beschlüsse:
a.) Der Bau,- Planungs- und Umweltausschuss beschließt für den Truppenübungsplatz "Schießstand Haus Lämmerbach" den Flächennutzungsplan zu ändern mit dem Ziel, eine Sondergebietsfläche - Motocross - auszuweisen.
b.) Verwaltung wird beauftragt, die Bürgerbeteiligung durchzuführen und gleichzeitig die Träger öffentlicher Belange zu hören."