(LW) "Geil!",
das erste Statement von Ingo Euler, der Regie führte und den Andreas
Weinstein spielte, war eindeutig. Wie konnte man auch nur so'ne dumme
Frage stellen... wie es war... tja... wie soll es schon gewesen sein...
Das Strahlen nach dem gelungenen Auftritt sprang einem ja schon quasi ins
Gesicht...
"Lassen Sie
sich 125 Minuten in 3 Akten von folgenden Personen unterhalten", war
auf dem Zettel zu lesen, den jeder Zuschauer auf seinem Stuhl liegen
hatte. Nun das versprach doch schon mal allerhand. 125 Minuten
Unterhaltung, na, wenn das mal nicht nach einem guten Abend klang. 9
Schauspiel - Begeisterte aus Dedinghausen wollten am Freitag, dem 14.
Januar 2005 nach langer Arbeit endlich die Premiere von ihrer
Gaunerkomödie feiern. Der Saal bei Gerry Hagenhoff war bereits in ein
Theater verwandelt worden und als sich pünktlich um 20 Uhr der Vorhang
hob, konnte gleich jeder das mühevolle Bühnenbild bewundern. Mit fast
ausverkauftem Saal, dem einstimmenden Lied "Theater, Theater"
und einer gesunden Portion Nervosität ging es in das Stück.
Dass der Gauner des
Geldkoffers der scheinbar "heilige" Pfarrer Lipus (Ulrich
Hagenhoff) war, stand dabei allerdings für den Zuschauer schon nach der
1. Szene fest. Doch gerade diese Tatsache gestaltete das Stück von
Wilfried Reinehr noch lustiger. Denn wie sich jeder Bewohner unseres
schnuckligen Dörfchens ja sicher schon gut vorstellen kann, spricht sich
nicht nur, aber gerade ein Banküberfall sehr schnell herum und so war die
Idee den Koffer vorerst zu verstecken, dann ein bisschen im "Weißen
Hirschen", einem der beiden renommiertesten Gaststätten,
unterzutauchen und zu relaxen vielleicht nicht die beste seines
"göttlichen" Lebens.
Und so nimmt das
Geschehen seinen Lauf. Der gestohlene Geldkoffer wird wieder gestohlen,
das Geld ist mal eine halbe Million Euro wert, dann wieder keinen Cent.
Verhaftungen gibt es auch eine Reihe, jedoch könnte man noch nicht mal
behaupten, dass Stoffel... oh pardon... Stoppel (Martin Meyer) natürlich,
der hellste Polizei - Beamte, den die Welt je gesehen hat, immer einen
Schritt hinterher hängt, nein, er hat einfach keinen blassen Schimmer wer
der Räuber sein könnte.
Zwischendurch versöhnt
sich der Hirsch noch mit dem Ochsen, was im Klartext heißt: Josefine
Hirsch (Maria Edler), die Besitzerin der Pension "Der Weiße
Hirsch", und Josef Weinstein (Gerry Hagenhoff), der Besitzer des
"Roten Ochsen" erkennen nach zahlreichen gehässigen Sprüchen,
dass sie sich doch noch lieben. Elisabeth von (möchte - gern) Mühlberg
(Marianne Husemann) und ihre (wiederum möchte - gern) Nichte Susi (Petra
Müting) verbringen auch ihre Nacht im Gefängnis, wobei Andreas Weinstein
(Ingo Euler) und Rosi (Stefanie Schulte) nach gegenseitigen
Verdächtigungen und Beschuldigungen auch noch zueinander finden.
Bleibt nun noch der
prächtige (schließlich ist Einbildung ja bekanntlich auch eine Bildung)
Filmfuzzi Lenz (Guido Hagenhoff), der hoffnungslos der geldgeilen Susi
verfallen bleibt. Dieses Spektakel dauerte nun tatsächlich 3 Stunden,
schließlich war die Geschichte doch eigentlich so einfach?! Doch eine
Komödie wäre keine Komödie, wenn es nicht genug dusselige Rollen gäbe
über die man lachen kann. Und so begeisterten unsere Schauspieler mit
Wort, Witz, Wortwitz und darstellerischer Leistung. Nicht selten taten
einfache Wortspiele wie "Falschgeld? Alles Falschgeld?" -
"Ja, mein Name ist Lenz, da darf ich jawohl 'n paar Blüten haben,
oder?" oder "Ja, besser Milch trinken als Quark reden,
was?" das Nötigste und das Publikum gab regelmäßig
Szenenapplaus.
So wurde keiner der3
Akte in irgendeiner Form langweilig und das final - statement von Ingo
Euler kann mehr als bestätigt werden. "Wir haben uns sehr
wohlgefühlt und sind jetzt froh, dass die Premiere so gut gelaufen ist...
mir fehlen echt die Worte... ich bin sprachlos..." -
Na das macht doch
nichts! Da hilft man doch wo man kann: "Geil und weitermachen!!"