(AF) Der Schnadgang
2005 erfolgte das erste Mal in drei verschieden Gruppen und auf drei
Routen. Neben der Grenzwanderung für die Schnadgänger und die Gruppe
"Junge Familien" der Kolpingfamilie, konnten die geringfügig
erweiterten Dorfgrenzen unter der Führung des Ortsvorstehers Josef
Stratmann mit Fahrrädern abgefahren werden.
Am 03.10. konnte dieser
vor der Gaststätte Kehl rund 150 Dorfbewohner zum Schnadgang 2005
begrüßen. Nach der Begrüßung setzen sich die drei Gruppen in Richtung
Kölner Grenzweg in Bewegung und teilten sich an der Kreuzung Waldweg in
zwei Fußtruppen und eine Fahrradgruppe auf.
Unter der sachkundigen Führung der Kolpingfamilie bewegten sich die
Familien mit Kindern, die wieder einmal sehr zahlreich erschienen waren,
auf befestigten Wegen in Richtung südliche Dorfgrenze, um unterwegs die
Kinder mit kleinen Spielen und Aufgaben zu unterhalten.
Die hartgesottenen
Schnadgänger marschierten über den Kölner Grenzweg zur östlichen
Dorfgrenze, dem Lämmerbach. Von dort aus ging es, wie jedes Jahr entlang
des Baches über Stock und Stein in Richtung Süden. So verwunderte es
auch nicht, daß sich bereits nach wenigen Metern im schweren Gelände
zwei Damen auf dem Hosenboden sitzend im Lämmerbach oder vielleicht doch
besser im Lämmerbach wieder fanden.
Unterwegs erklärte
Michael Knieps den Schnödgängern noch den Unterschied zwischen einem
Tannen- und einem Fichtenzapfen, bevor kurz vor Ermsinghausen der erste
Versorgungspunkt erreicht wurde. Hier konnten die Wanderer mit diversen
Getränken die Akkus für den nächsten Grenzabschnitt aufladen, bevor es
durch das Waldgebiet "Schwarzen Raben" in Richtung Bökenförde
ging.
Gegen 11:30 Uhr trafen
sich dann alle Gruppen am Grenzstein in der Nähe der Bienenhütte wieder,
um dort erneut von den Helferinnen und Helfern des Bürgerrings mit
Getränken versorgt zu werden. An dieser Stelle gilt es, diesen
Helferinnen und Helfern nochmals den Dank der Schnadgänger auszusprechen.
Bereits vor dem Start hatte Josef die Wichtigkeit dieses Schnadgangs in
der Geschichte unseres Dorfes erklärt; so seien damals die Grenzen
abgegangen worden, um die Viehbestände und deren Futterplätze gegen die
Nachbargemeinden zu sichern.
Aber daß dies
vielleicht der Grund dafür gewesen sein soll, daß die Fahrradgruppe
über die östliche Grenze Dedinghausens hinaus, die Grenzen der Dörfer
Mönninghausen und Garfeln überschritten hatten bzw. unsere Dorfgrenze
geringfügig nach Osten ausgeweitet wurde, kann man sich eigentlich nicht
vorstellen. Weil ja auch die Aussage, daß diese Erweiterung der Radtour
ausschließlich organisatorische Gründe hatte im Raum stand und daher
wohl nicht als Schutzbehauptung für einen kriegerischen Akt gegen unsere
Nachbarn anzusehen ist. Zumal dieses Jahr die südliche und nicht die
nördliche Dorfgrenze zu Esbeck das Thema des Schnadgangs war.
Es kann aber auch
dahingestellt bleiben, denn die Radfahrer hatten offenkundig reichlich
Freude an dieser erweiterten Tour. Lediglich ein Teilnehmer der Radtour mußte
diese im letzten Teilstück wegen technischem Defekt (Platten) abbrechen
und dann vorzeitig zum Suppenempfang im Bürgertreff erscheinen.
Um 12:00 Uhr teilten
sich die Gruppen erneut. Die jungen Familien begaben sich unmittelbar in
den Bürgertreff, damit die Kinder ihr Mittagessen bekamen. Währenddessen
bewegten sich die Radfahrer in Richtung Bökenförde und die Schnadgänger
wanderten auf Rixbeck zu.
Pünktlich zum
Mittagessen fanden sich dann alle wieder im Bürgertreff ein, um dort nach
dem Mittagessen dem Tag der deutschen Einheit zu gedenken. In gemütlicher
Runde klang der Tag dann in den frühen Abendstunden langsam aus.