Middleaged ‘An der Bahn’

“Rock the Train” mit Middleaged

am Sa., 5. Oktober ab 20 Uhr

Gaststätte ‚An der Bahn‘

Die garantiert bessere Geräuschkulisse zur direkten Location am Bahnhof in Dedinghausen liefert die Lippstädter Band Middleaged mit ihrem diesjährigen Livekonzert in Dedinghausen unter dem Motto „Rock the Train“, direkt an der Bahn am Samstag, 5. Oktober, ab 20 Uhr.

Wie immer haben die fünf Musiker – Meggie Königkamp (Gesang), Willi Seiger (Gitarre /Gesang), Kuno Peter (Bass/Gesang), Norman Vehre (Sologitarre) und Andreas Rotthoff (Drums) – viele neue Stücke im Gepäck, die Sie ihrem Publikum präsentieren möchten. Von 70er-Rock über 80er Pop bis zu rockigen Songs von heute ist alles dabei. Im nicht enden wollenden musikalischen Gepäck haben sie Songs von T-Rex, Deep Purple, ZZ Top, Steppenwolf, Black Sabbath, ACDC, Pink Floyd, UFO, Green Day, Linkin Park, Tina Turner, Fury in the Slaughterhouse, Meredith Brooks, Mando Diao, Ideal, Jan Delay, Marius Müller Westernhagen  und und  und. Wer also auf ehrliche, handgemachte Musik steht, sollte diesen Abend nicht verpassen.

Wie auch bei den vergangenen Konzerten wird der Erlös aus der Veranstaltung für einen guten Zweck gespendet. Opener ist die Lippstädter Formation “Knallgas” mit Dilay Aydincoglu (Gesang/Bass/Gitarre), Alex Pütt (Piano), Linus Conrad (Trompete), Florian Kisters (Lead Gitarre/Gesang) und Vincent Sprinkmeier (Drums), die mit Songs wie „Hit the Road Jack“, „Viva la Vida“ oder „Bad Guy“ von Anfang an für die richtige Stimmung sorgen werden. Am Mischpult steht Ronny Kaulbars.

Willi Seiger

 

Best of Schützenfest 2019

Aufgrund der unterschiedlichen Videogrößen ist das Video diesmal nicht in HD. Bitte nur auf kleinem Bildschirm anschauen.

Kurzes Video Best of Schützenfest 2019 Dedinghausen mit allen der D.a.-Redaktion zur Verfügung gestellten unterschiedlichen Videos.
Videos: Britta Kückelmann-Hoffmann. Andreas Fabig, #constantin_re, #jannik_doering,

Video Zusammenstellung : J. Kunau

Werkstattkonzert Atelier T8: Singer-Songwriterin Miss Allie

(Video: Jenny Kunau für D.a.)

 

Schnadgang – Traditionelle Kontrolle der Ortsgrenzen

von Heinz-W. Wellner und Willi Schulte

Nach vielen, nicht gezählten Jahren der Unterbrechung veranstaltete der Bürgerring bereits im Jahr seiner Gründung erstmals wieder einen Schnadgang in Dedinghausen. Am 13. November 1976 machten sich die „Grenzgänger“ aus allen drei Orten des Kirchspiels Esbeck, Rixbeck und Dedinghausen auf den Kontrollgang durch Wiesen und Felder, entlang der Ortsgrenze zum Nachbarn. Endziel war damals der Sportplatz in Rixbeck, wo bei Erbsensuppe, Würstchen, Kaffee und Kaltgetränken ein gemeinsamer Abschluss gefeiert wurde.
Der diesjährige Schnadgang am 3. Oktober 2019, dem „Tag der Deutschen Einheit“, führt übrigens die Grenzgänger von Dedinghausen, Esbeck und Hörste zusammen. Denn genau vor 10 Jahren wurde im ‚Drei-Länder-Eck‘ bei Nabers Hof ein Grenzstein enthüllt, den die Ortswappen der drei Stadtteile unter der Überschrift „Schnad 2009“ zieren. Die Idee dazu hatte der langjährige stellvertretende Vorsitzende des Bürgerrings Dedinghausen, Michael Knieps, die Ausführung übernahm der Bildhauer Uwe Albert.
Der Schnadgang 2019 gibt uns Anlass, uns mit dieser Dedinghauser Tradition und dem uralten Brauch ausführlicher zu befassen. In den Print-Ausgaben Oktober 1993 und 2006 von D.a. hat Heinz-W. Wellner nachstehenden Beitrag von Willi Krift ungekürzt wiedergegeben. Dieser wurde in Heft 3, Jahrgang 1993, der „Blätter zur Heimatkunde des Kreises Soest“ veröffentlicht:

Schnade – Schnadezug

Auch in Dedinghausen ist das „Paolärsen“ bekannt.
Hier wird ein Schnadgänger beim Grenzgang 1988 auf dem Grenzstein am Lämmerbach gestoßen

„Mit Schnade, Schnat mundartlich “Saat”, “Schnaot” wurde früher im niderdeutschen Sprachgebiet eine Grenze bezeichnet. Ursprünglich wurden Grenzen mit an die Landschaft gebundenen Merkmale gekennzeichnet : Fluß-, Bachläufe, Gebirgskämme, Wege. Wo diese natürlichen Grenzmarkierungen nicht vorhanden waren, wählte man auch schon “künstliche” Markierungen. Dieses wurde insbesondere durch das Anwachsen der Bevölkerung und der damit verbundenen weiteren Aufteilung der Landschaft notwendig.
Künstliche Grenzen wurden durch aufgeworfenen Gräben oder gerodete Waldschneisen, Buschwerk und Hecken markiert. Eine besondere Stellung unter den künstlichen Grenzzeichen nahmen die Grenzbäume ein, zumal sie nicht gesetzt werden mussten und doch einer besonderen Kennzeichnung bedurften, um nicht mit anderen, für die Grenze unbedeutenden Bäumen verwechselt zu werden. Man nannte sie Grenzbaum, Schnatbaum (Schnaotbäuom), Schnatstamm (Schnaotmaol) oder auch Schnadstucken (Schnaotstucken).
Bei uns kamen im wesentlichen als Grenzbäume Eichen und Buchen in Betracht; Fichten und Tannen wurden in den Waldgebieten Westfalens erst zu Beginn des 19.Jahrhunderts angepflanzt. Die Förster oder Vertreter der an der Grenze beteiligten Anlieger schlugen mit der Plackaxt (Plackäkse) ein Kreuz in den Stamm und kennzeichneten ihn so als “neutralen Grenzbaum” Das Schnadkreuz wurde gerade oder auch schräg verlaufend in den Stamm geschlagen. Allerdings führte diese Art der Grenzmarkierung besonders häufig zu Uneinigkeiten über die Schnadbäume. Wurde das Schnadkreuz zerstört oder der Schnadbaum gefällt, war die Grenze nicht mehr zu erkennen. Natürliche Folge war, dass man immer mehr dazu überging, statt der ‘gewachsenen Grenzbäume” hölzerne Pfähle (Päole) zu verwenden. Auch diese Pfähle erhielten das Schnadekreuz und vereinzelt schon eingeschnitzte Jahreszahlen.
Im 16.Jahrhundert wurden in Westfalen die hölzernen Grenzzeichen durch Grenzsteine (Schnaotstoine) ersetzt. Um ein Versetzen der Grenzsteine zu erschweren, war es üblich, in die Grube unter dem Stein Kohlenasche, Kohlenschlacke, zerbrochene Pfeifen und Ziegelstücke z u legen. Diese unverweslichen Gegenstände wurden ‘geheime Grenzzeichen” genannt. Es ist auch möglich, dass es sich bei diesen “Grenzzeugen” um die Reste eines Grenzopfers handelt, dessen Sinn in die Merkzeichen umgewandelt wurde. Die Festlegung und Sicherung eines Grenzsteines vollzog sich ähnlich wie die Einrichtung einer Thingstätte in sächsischer Zeit. Hier wie dort wurde zunächst eine Grube ausgehoben und Asche, Kohle und ein Stückziegelstein hineingelegt.

Auch in Dedinghausen ist das „Paolärsen“ bekannt.
Hier wird ein Schnadgänger beim Grenzgang 1988 auf dem Grenzstein am Lämmerbach gestoßen

Um den Grenzverlauf einer Gemeinde, einer Markgenossenschaft zu kontrollieren, pflegte man in bestimmten zeitlichen Abständen die Grenzen durch Abschreiten zu prüfen. Dazu veranstaltete man einen Schnadegang oder auch sogenannte Schnadezüge. Für den Umgang der Grenzen gab es verschiedene Bezeichnungen:
“Gemeiner Umgang der Marken”, “Ummegank” ‘Markenzug” oder ‘Foiergang’: Im allgemeinen bezeichnete man ihn aber als Schnadegang oder Schnadezug.
Der wohl nachweislich älteste Schnadgang ist uns aus dem Jahre 1437 aus Brilon überliefert. Als besondere Zeugen wurden zu den Schnadezügen vor allem die älteren Männer geladen, die, wie alte Schnadeprotokolle berichten, sogar mit Pferdewagen eigens herangeholt wurden. Die älteren Männer wurden mitgenommen, weil sie sich am besten an den Verlauf der Grenzen erinnern konnten. Nach ihrer Aussage richtete man sich, wenn es Uneinigkeiten über den Grenzverlauf gab.
Ein Schnadegang war eine feierliche Angelegenheit. Die angesehensten Persönlichkeiten der Gemeinde und Nachbargemeinde wurden dazu eingeladen.
Fahnen, Trommler und Bläser führten den Zug an. Im kurkölnischen Sauerland war es üblich, dass der Zug an besonders wichtigen, markanten Stellen der Grenzen anhielt: Die Trommeln wurden gerührt, ein Bläser blies dazu, damit sich diese Stellen bei den Teilnehmern besonders gut einprägten. Beim Schnadegang, Schnadezug gab es allerlei Bräuche, die aber alle mehr oder weniger darauf abgestimmt waren, den Teilnehmern die Grenzmale (Schnaotstoine) besonders einzuprägen.
Insbesondere galt dies für Kinder, welche auf dem Schnadegang mitgenommen wurden. Für sie war das aber nicht immer ein wahres Vergnügen. Damit sie die Grenzmale gut in Erinnerung behielten, bezogen sie an diesen Stellen Prügel oder Streiche mit dem Hirschfänger des Försters. Ähnliche Bedeutung hat auch das Paolärsen, abgeleitet vom ‘pälen, pelen”, bedeutet: Hiebe austeilen.

Paolärse gab es nicht nur beim Schnadegang, sondern auch als Strafe für zu spät gekommene Derscher auf der Tenne durch Schläge auf den, vor den verlängerten Rücken gehaltenen, Dreschflegel. Zu unse¬rem Paolärsen gehört auch das Wort ‘Paobörger” (Pfahlbürger). Hierbei handelt es sich um …
1. alteingesessene Bürger, die
2. ehemals in einem umpfählten Ortsteil lebten.
3. Bürger, die keine eigenen Häuser haben und doch das Bürgerrecht besaßen.
Hat der Schnadezug einen Grenzstein erreicht, wird ein Teilnehmer (meistens stehen diese Delinquenten schon vor dem Schnadezug fest) genommen, von kräftigen Männerarmen hochgehoben um mit dem ‘Ärs” auf den ‘Paul” (Pfahl hier Grenzstein) mit Blickrichtung zu seiner Heimatgemeinde gestoßen. Vorher wird der Deliquent gefragt: ‘Kannst diu bölken ?” (Kannst du schreien ?). Bejaht er oder sie die Frage, dann folgt die Aufforderung: “Dann bölke draimaol : Ies alls uese!” (Ist alles unser!). Bei jedem Ausruf wird ‘Ies alls uese !” wird der Deliquent hochgehoben und auf den Stein gestoßen.
Der Grenzumgang endet mit Essen und Trinken auf dem “Vesperplass” (Vesperplatz), ein Platz vor dem Heimatdorfe oder auch der Schützenhalle oder einer Dorfschänke, wo die zurückgebliebenen Frauen bereits die Grenzgänger für das Festessen erwarten, welches hier und da schon einmal in einer großen Zecherei geendet haben soll.“

Schnadgang oder Schnatgang?

Uns ist bewusst, dass der Duden nur den „Schnatgang“ als korrekte Schreibweise ausweist. Aber schon im vorstehenden Beitrag von Willi Krift über die Entwicklung der uralten Tradition wird deutlich, welch unterschiedliche Schreibweisen der Begriff ‚Schnat(d)‘ hervorbringt. In alten Dokumentationen und bis in die neuere Zeit findet man häufig den ‚Schnadgang‘, also haben wir unsere traditionelle Schreibweise beibehalten.

Seit 43 Jahren Schnadgänge in Dedinghausen

Schnadgang 2016: Immer der Grenze nach

Der 1976 gegründete ‘Bürgerring Dedinghausen’ verstand sich damals u.a. auch als Institution zur Pflege der heimischen Bräuche und des Dorfbildes.
Folgerichtig und wie einleitend beschrieben veranstaltete er bereits im Herbst erstmals einen Schnad-gang. Ein gemeinsamer Grenzgang mit unseren Nachbarn, wie am 13.11.1976 mit Esbeck und Rixbeck, sollte sich in den vielen Jahren noch einige Male wiederholen.
Am 8.10.1977 veranstalteten die Bürgerringe von Dedinghausen und Rixbeck gemeinsam einen Schnadgang. 80 Dedinghauser und 30 Rixbecker trafen sich am Rixbecker Sportplatz zu Ende des Schnadganges zu einem gemeinsamen Essen.
Über 150 Personen nahmen am 17.6.1979 am Schnadgang teil. An der Fukuhle gab es zum Abschluss Erbsensuppe.
Der Schnadgang am 19.10.1980 wurde zum Anlass genommen, gemeinsam mit den Hörster Grenzgängern einen neuen Grenzstein am Lämmerbach einzuweihen. Der anschließende Schnadgang mit 130 TeilnehmerInnen verlief entlang der südlichen Grenze. Der ca. 300 Jahre alte Grenzstein, der die Grenze zwischen dem Erzbistum Paderborn und Kurköln markierte, hängt seitdem im Bürgertreff.
Bei kalt-nasser Witterung hat der sechste Schnadgang am 7.11.1981 mit 70 Unentwegten nicht die Resonanz der Vorjahre. Er endet wiederum an der Fukuhle mit einem Erbensuppenessen.
Nach sechsjähriger Pause (Unstimmigkeiten im Bürgerring und der Bürgertreffumbau waren der Grund) fanden sich am 22.10.1988 lediglich 12 Schnadgänger zur Grenzbegehung ein.
1989 musste ein schlecht vorbereiteter Schnadgang gar wegen zur geringer Beteiligung kurzfristig abge-sagt werden.
Am 20.10.1990 gingen mit dem Bürgerring ca. 40 Schnadgänger die nördliche Grenze ab. Hier berichtet der Chronist von einer der seltenen Abweichungen vom Grenzverlauf. Ursache ist ein elektrischer Weidezaun und eine Weide voller Bullen. Der Abschluss fand an Nünnerichs Ecke statt, unter der ‚Vereinigungslinde‘, die dort zum Gedenken an den ‚Tag der Deutschen Einheit‘ am 3. Okt. 1990 gepflanzt worden war.

Seit 1991 hat der Bürgerring den ‘Tag der deutschen Einheit’ als jährlich wiederkehrendes Datum für den Schnadgang festgelegt. In den D.a.-Jahresrückblicken kann man über den Schnadgang am 03.10.1991 nachlesen, dass der Bürgerringvorsitzende Uli Hagenhoff über 100 Teilnehmer zum Schnadgang begrüßen konnte und sich – unter Beteiligung einiger Grenzgänger – ebenso viele Dorfbewohner auf Einladung des Ortsvorstehers Josef Stratmann an der Ecke Nünnerich zur Feierstunde aus Anlass des ‚Tages der Deutschen Einheit‘ einfanden. Zur Erinnerung ist der am Dorfmittelpunkt aufgestellte Wappenbaum mit allen Wappen der Bundesländer der Einheit gewidmet.

Schnadgang 2018: Treffen an Kehls Ecke

Verfestigte, bewährte Abläufe

Nach den Aufs und Abs der ersten 15 Jahre und der Entscheidung für den 3. Oktober als Fixtermin für die Schnadgänge haben sich im Laufe der Jahre einige Abläufe verfestigt: Das Treffen an Kehls Ecke, das anschließende Essen, Kaffeetrinken und Feiern im Bürgertreff, aber besonders auch das Gedenken der Deutschen Einheit mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne.

Während OV Josef Stratmann am 03.10.1992 erneut über 100 Dorfbewohner begrüßen konnte, fiel der Schnadgang am 03.10.1993 wegen der schlechten Witterung ganz ins Wasser und ging die Zahl der TeilnehnehmerInnen in den Folgejahren wieder zurück. Natürlich spielt dabei das Wetter immer eine gewichtige Rolle. So auch am 03.10.1994, als sich 20 Unentwegte auf den Weg machten. Von diesem Schnadgang berichtete der Chronist, dass an der südlichen Grenze ‚Am Bruch‘ vergeblich nach einem Grenzstein gesucht wird. „Haben ‚böse Nachbarn‘ den Stein geklaut?“, mutmaßt er.
Mit gut 80 Dorfbewohnern am 03.10.1995, 85 Grenzgängern am 03.10.1996 und 60 TeilnehmerInnen am 03.10.1997 zeigte sich der Bürgerring zufrieden.

Grenzstein Bökenförde

26.09.1998 Die Bökenförder Schnadgänger stellen mit einer Delegation des Bürgerrings einen neuen Grenzstein an der Kreuzung ‘Am Bruch’ / ‘An der Bienenhütte’ auf.
Am 03.10.1998 nahmen 53 DorfbewohnerInnen teil und trafen sich an der nördlichen Grenze mit den Esbecker Schnadgängern. Vom Treffen an Nabers Hof ist der historische Spruch „Dedinghausen und Esbeck marschieren gemeinsam gegen Rixbeck“ von OV Josef Stratmann überliefert.
Für den 03.10.1999 ist in der Chronik von zahlreichen TeilnehmerInnen die Rede und auch im Millennium-Jahr, am 03.10.2000, ist die Beteiligung mit 100 Leuten beachtlich. Aufgrund des schlechten Wetters gehen diese Zahlen in den Folgejahren zurück:
03.10.2001 = 70 TeilnehmerInnen
03.10.2002 = 60 TeilnehmerInnen
Im Anschluss an den Schnadgang 2002 wird vor dem Bürgertreff ein Wappenbaum mit den Vereinswappen der dörflichen Vereine enthüllt.
Am 03.10.2003 treffen sich, wieder bei schlechtem Wetter, 50 Dedinghauser Grenzgänger mit den Bökenfördern und Bürgermeister Schwade am Grenzstein nahe Bienenhütte.
Ausnahmsweise mal bei schönem Wetter zählt der Bürgerring am 03.10.2004 über 100 DorfbewohnerInnen. Darunter finden sich viele Kinder, wohl auch, weil erstmals die Kolpinggruppe „Junge Familien“ auf größtenteils eigenen Wegen ein eigenes Programm für die Kids durchführt. Seit 2004 und bis heute profitieren die Kinder von diesen speziellen Angeboten wie Spielplatzbesuche, Suchspiele u.a., was die nachstehenden beiden Beispiele aus den Jahren 2007 und 2008 sicher ver-deutlichen: (2007) Am kleinen Wäldchen im Tiwitt mussten die Kleinen einen mit Straßenkreide aufgemalten Marterpfahl mit gesammelten Steinen, Blättern und Gräsern auslegen. Highlight für die Kids war dann aber die Rückfahrt mit dem Teufelsgeigerwagen zum Bürgertreff. (2008) Die Kinds nahmen den kurzen Weg an der Bienenhütte vorbei. Unterwegs konnten sie an einer Waldolympiade teilnehmen und sich beim Kastanien-Weitwurf, Hürdenlauf, Weitsprung und Baumstämme-Balancieren messen. Natürlich gab es für jedes Kind im Anschluss eine Medaille.

2013: Kinder spielerisch unterwegs

Rund 150 Grenzgänger machen sich am 03.10.2005 in drei Gruppen bei nebeligem Wetter auf den Schnadgang. Erstmals hatte der Bürgerring auch zu einer Radtour ums Dorf eingeladen. Wer also nicht ganz so gut zu Fuß unterwegs ist, kann sich seither den

2006: Große Runde mit dem Fahrrad

Radwanderern anschließen. Die Radrouten von Josef Stratmann und zuletzt von Marianne und Theo Husemann führten u.a. in den ‚Muckenbruch‘ bei Bad Westernkotten, zum Schloss Schwarzenraben, zur St. Pankratius-Kirche nach Störmede oder in den letzten beiden Jahren zum ‚Brünneken‘ in die Feldflur von Bökenförde und zur Burgruine Lipperode.

170 Grenzgänger sind Rekord!

Mit der Bildung der Gruppen „Langer Marschweg“ – die sach- und fachkundige Führung hatte nunmehr Michael Knieps übernommen – „Junge Familien“ und Fahrradgruppe boomt der Schnadgang in Dedinghausen:
03.10.2006 = 120 TeilnehmerInnen
03.10.2007 = 120 TeilnehmerInnen
03.10.2008 = 150 TeilnehmerInnen.
Nachdem 2008 der Teilnehmerrekord von 1979 eingestellt wurde, ist vom 03.10.2009 mit dem Höhepunkt der Enthüllung des Grenzsteines in „Drei-Länder-Eck“ durch die Ortsvorsteher von Hörste, Esbeck und Dedinghausen (siehe Einleitung oben) eine Anzahl der Grenzgänger nicht registriert. Unübertroffen ist bisher der Teilnehmerrekord aus dem Jahre 2010, als sich am 03.10.2010 170 (!) DedinghauserInnen auf den Grenzgang rund ums Dorf aufmachten. Für die Jahre 2011 bis 2015 sind konkrete Teilnehmerzahlen nicht überliefert, immer aber ist von „großer Zahl“ und „zahlreich“ die Rede. Das verlängerte Wochenende zum 03.10.2011 fiel mit der beeindruckenden 975-Jahr-Feier zusammen, die als Schnadersatz mit einer historischen Dorfbegehung abgerundet wurde. Am 03.10.2013 traf man sich zum wiederholten Male mit den Nachbarn aus Esbeck. Auch in den letzten drei Jahren blieb die Beteiligung der DedinghauserInnen beim Schnadgang auf einem sehr hohen Niveau:
03.10.2016 = 140 TeilnehmerInnen
03.10.2017 = 140 TeilnehmerInnen
03.10.2018 = 130 TeilnehmerInnen.

Initiative ist gefragt

Bei der Erwähnung verdienter Mitwirkender bei Organisation und Durchführung gerät man sehr leicht in Zugzwang. Für die zurückliegenden 43 Jahre Schnadgang in Dedinghausen gehen wir dieses Wagnis jedoch gerne ein.
Erstgenannter und Initiator für die ‚Wiedergeburt‘ des Schnadgangs im Jahre 1976 ist Josef Stratmann, damals Ortsvorsteher und

2017: Michael Knieps in Aktion

Vorsitzender des Bürgerrings. Nicht nur er, sondern auch seine Nachfolger als Ortsvorsteher, Ralf Henkemeier und Bernhard Schäfers, haben dem Gedenken an die Wiedervereinigung in den Jahren danach zum ‚Tag der Deutschen Einheit‘ besondere Bedeutung beigemessen.
Wie schon erwähnt haben Josef Stratmann, Ralf Henkemeier und in den letzten 14 Jahren Michael Knieps die kompetente Führung der ‚Großen Fußgruppe‘ übernommen. Seit 2004 schaffen es die Ver-antwortlichen der Kolpinggruppe „Junge Familien“, dass sich so viele Kinder am Schnadgang und der Erkundung ihres Dorfes beteiligen. Initiator für die Fahrradtour beim Schnadgang war ebenfalls Josef Stratmann. Er wird seit ein paar Jahren von Marianne und Theo Husemann unterstützt.
Den Vorständen des Bürgerringes, seit vielen Jahren mit dem Vorsitzenden Guido Lauber an der Spitze, gebührt für die Organisation des Schnadgangs genauso Dank, wie den Helfern für die ‚Unterwegs-Versorgung‘ der Schnadgänger. Aus den frühen Jahren erinnern wir uns gerne

2018: Kinder auf Schusters Rappen

an Reinhard und Siggi Remmert, die über viele Jahre auch in großen Mengen Erbsensuppe kochte. Immer noch aktiv unterwegs für Kaffee- und Kaltgetränke sind auch Raimunda und Uli Hagenhoff, selbst einige Jahre BR-Vorsitzender, oder Helmut und Markus Schulte oder Martin Grothe.
Besonderen Dank und großes Lob verdienen die vielen Frauen aus Dedinghausen, die Jahr für Jahr mit Kaffee und Kuchen, Spaghetti und Würstchen und der obligatorischen Erbsensuppe für die Verköstigung der Schnadgänger sorgen. Nicht zuletzt gelingt es dem Bürgerring-Vorstand und seinem Umfeld, für einen geregelten Thekenbetrieb zur Abschlussfeier im Bürgertreff zu sorgen.
Besonders feierlich wurde der Tag der Deutschen Einheit mit der musikalischen Begleitung von „Spontan und ungezwungen“ zur Nationalhymne.
Und in Erinnerung geblieben sind auch einige sehr eindringliche Worte von Ralf  Henkemeier zu diesem Gedenken.
Als Fazit darf man festhalten: Die Tradition ‚Schnadgang‘ hat eine Zukunft in Dedinghausen!

2018: Versorgungsstelle an der Burgruine in Lipperode

2010: Nationalhymne mit Spontan und ungezwungen